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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
Entstehung
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I. Der trojanische Krieg.

1. Wärrs und Helena. !>) In alten Zeiten stand ander Küste Kleinasiens die Stadt Troja. Sie war stark und mächtig;eine große Ringmauer mit hohen Türmen umgab sie. Vor vielen tau-send Jahren regierte daselbst, wie uns der Dichter Homer erzählt, derKönig Priamus. Unter seinen Söhnen zeichnete sich Püris durch be-sondere Schönheit aus. Einst zog dieser nach Griechenland hinüber, woer die schönste aller Frauen, nämlich die spartanische Königin Helena er-blickte. Mit ihr und den königlichen Schätzen Spartas floh Püris aufsein Schiff und fuhr davon. I») Als ihr Gemahl Menclüus ersuhr,welcher -schimpf ihm angethan worden war, erfüllten Schmerz und Zornüber die treulose Gattin und den frechen Räuber sein Herz. Ganz Griechen-land war empört über die Schandthat. Mcneläus rief die Fürsten zumRachezug auf; sie folgten feiner Aufforderung. So sammelte sich eingroßes Heer, das auf vielen hundert Schiffen nach Troja hinüber fuhr.Agamemnon, der Bruder des Menelüus, galt unter allen Fürsten alsder mächtigste, Achilleus als der tapferste und Odysseus, der Fürst vonJthaka, als der listigste.

2. Holltsv und Achilleus. rc) Die Griechen lagertensich auf der Ebene vor Troja. Die Stadt war nicht so leicht einzunehmen,wie sie es gehofft hatten; denn ein tapferes Heer verteidigte sie; es schlugnicht bloß alle Stürme der Griechen ab, sondern brachte ihnen durchAusfälle schweren Schaden bei, namentlich wenn Hektor, der ältesteSöhn des Priamus, es anführte. Als sich Achilleus mit Agamemnonentzweite und sich grollend vom Kampfplätze zurückzog, traf die GriechenSchlag auf Schlag; die Trojaner drohten sogar, die Schiffe derselben an-zuzünden. Da wurde auch Patroklus, der innige Freund des Achilleus,von Hektor erschlagen. d) Wie ein grimmiger Löwe warf sich nunAchilleus wieder in den Kampf, um seinen Freund zu rächen. Schreck-lich wütete er gegen die Trojaner. Er spähte nach Hektor, der, als erseiner ansichtig wurde, angsterfüllt floh. Achilleus jagte ihm nach, er-eilte und durchbohrte ihn. Tann band er den Leichnam an seinen Wagen

Luginbühl, Weltgcschichtc. 2. Aufl. 1