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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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11
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V. Alexander der Große. 336323.

II

ungedeckt. Die Tempel ragten weit über ihre Umgebung empor. Aufstark erhöhtem Grunde erhob sich der meist rechteckige Säulcnban desTempels, der die Zelle mit dem Götterbildnis einschloß. MarmorneBildergruppen zierten Giebel und Seiten und hoben sich auf dem rotenoder goldgelben Grunde noch besonders ab. Auch für Straßen, öffent-liche Anlagen und Privathäuser schufen griechische Bildhauer Statuenund ganze Bildergruppen und wußten dadurch die Steine gleichsam redendzu machen. Nicht weniger wurde die Kunst der Malerei gepflegt. Dochist davon sehr wenig auf uns gekommen. e) Wohl das größte Kunst-werk der Griechen war ihre Sprache. Dichter und Schriftsteller habenin ihr klassische Werke geschaffen, deren Studium noch heute als eines derwichtigsten Bildungsmittel betrachtet wird. Auch die Wissenschaftengelangten bei den Griechen zu hoher Entwicklung. In Kunst und Wissen-schaft überragte Athsn alle andern Städte. Die Kunst verklärte, derstrahlenden Morgensonne vergleichbar, das ganze Leben. Auch das Unbe-deutende, wie Vasen, Ollämpchen rc., entbehrte des künstlerischen Schmuckesnicht. Der Grieche zeichnete sich im allgemeinen vor andern durch schöneGestalt, edle Haltung, einfache und geschmackvolle Kleidung, seine Manieren,gefälliges Benehmen, furchtloses und selbstbewußtes Auftreten aus. Dasganze Wesen der Hellenen war edel, menschlich (humün); Grausamkeitenwaren bei ihnen verpönt.

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g.) Die Eifersucht, welche zwischen Athen und Sparta herrschte, führte zu demblutigen peloponnesischcn Kriege, in den alle Staaten Griechenlands hineingerisse»wurden. Er wütete 26 Jahre lang und brachte unsägliches Elend über das ganzeLand. Athe n unterlag und mußte seine Mauern schleifen. Von dieser Zeit hinwegwar's mit seiner Macht dahin. Aber auch Sparta, das Künsten und Wissensckiafteuabgeneigt war und das Heil des Staates nur in roher Militärgewalt erblickte, mußteseine Vorherrschaft bald an eine andere griechische Stadt, nämlich an Theben,abtreten. Diese war jedoch auch nicht imstande, Griechenland auf die frühere Höhezu bringen. b) Die Streitigkeiten zwischen den einzelnen griechischen Städtenhörten nicht auf, brachten das griechische Volk um seine besten Kräfte und bereitetenihm den Untergang. Sie gaben einem benachbarten Fürsten Anlaß, sich in die innernAngelegenheiten der Griechen zu mischen und die letztem dadurch zu nntcrwersen.Dieser fremde Fürst war Philipp von Macedonien. Er faßte den großartigenPlan, seine Herrschaft über Griechenland und das Perserreich auszudehnen. BeiEhäronva, nordwestlich von Theben, besiegte er im Jahre 338 die Griechen.Auf einer großen Versammlung in Korinth anerkannten sie Philipps Vorherrschaft;ebendaselbst ließ er sich von ihnen zum Anführer gegen die Perser ernennen. Schonwaren die Vorbereitungen zum Kriegszuge getroffen, als er durch den Dolch einesMörders siel.

1. Alexanders Irrgend nnd erste Regiernngs-;eit. rr) An die Stelle Philipps trat sein erst zwanzigjähriger SohnAlexander. Sein Vater hatte ihm die beste Erziehung durch den weisen