VII. Der tareiitinische Kric;r 282—272 v. Chr.
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felsen hinab. Sein Haus wurde geschleift. — «I) Doch die Plebejer gabennicht nach, bis sie ums Jahr 300 v. Chr. den Zugang zu allen öffent-lichen Ämtern nnd Gleichstellung mit den Patriciern erreicht hatten.
VII. Der tarenlmische Krieg.
282—272 v. Chr.
1. Ursachen dos tnrentinisrhen Krieges. —
ii> Rom hatte sich schon ganz Mittelitalien unterworfen; es strebte abernach der Herrschaft über ganz Italien, llnteritalien war fast ausschließ-lich von Griechen bewohnt und hieß deshalb Großgriechenland. Hier warTarsnt die größte und mächtigste Stadt. Sie reizte die Römer zumKriege, indem sie römische Schiffe wegnahm und dem römischen GesandtenGenugthuung verweigerte, ihn verhöhnte und schwer beleidigte. Die Taren-tiner verlachten ihn nämlich, weil er im Theater seine Forderungen ingebrochenem Griechisch vortrug. Als er hinausging, besudelte ein betrun-kener Tarentiner unter dem Hohngelächter der Anwesenden sein Kleid,worauf der Römer sagte: „Diese Flecken können nur mit Tarcntiner-blut ausgelöscht werden." — 10 Die Tarentiner wagten den Krieg nichtselber zu führen, sondern riefen Pyrrhus, den König des nördlich vonGriechenland gelegenen Epirns zu Hilfe. Dieser, ebenso tapfer als schlau,entsprach gern dem Wunsche der Tarentiner, da er hoffte, ein zweiterAlexander zu werden. Mit 25,000 Mann kanipfgeübter Krieger und 20Elefanten landete er in Unteritalien. Zum erstenmal traten die Römereinem größern griechischen Heere entgegen.
2. Appius Claudius. — ri) Es kam zur Schlacht.Lange wogte der Kampf unentschieden hin und her. Endlich führte Pyrrhusdie Elefanten gegen die Römer. Auf ihrem Rücken trugen die riesen-großen Tiere einen Turm, von dem herab 16 Mann Pfeile und Speereschaffen. Der ungewohnte Anblick machte die römischen Pferde scheu, sodaß sie ihre Reiter abwarfen und wild davon jagten. Die Römer erlitteneine blutige Niederlage. Doch ihre Toten lagen alle mit dem Gesichtegegen die Feinde; sie waren also nicht auf der Flucht, sondern im Kampfegefallen. Pyrrhus rief voll Bewunderung aus: „Mit solchen Soldatenwollte ich die ganze Welt erobern." — I») Er hoffte, daß die Römernach einer solchen Niederlage gerne Frieden schließen würden. Darumschickte er den redegewandten Cineas mit reichen Geschenken für die vor-nehmen Damen nach Rom. Allein die römischen Frauen nahmen dieGeschenke nicht an; hingegen gelang es Cineas, durch seine Redekünsteeinige Senatoren zur Annahme der Friedensvorschläge geneigt zu machen.Da ließ sich der blinde und altersschwache Senator Appius Claudiusin den Sitzungssaal tragen und rief, nachdem er eine Weile zugehört hatte: