X. Julius Cäsar, 'k 44 v. Chr.
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werde ich frei, so lasse ich euch alle aus Kreuz schlagen." Als das Lösc-geld eintraf, erlangte er seine Freiheit wieder. Sogleich wußte er sichwohlbemannte Schiffe zu verschaffen, setzte den Seeräubern nach, fing sieein und ließ sie alle kreuzigen. — 6) Nach Rom zurückgekehrt, suchteCäsar sich durch ein verschwenderisches Leben bei den Bornehmen, durchreiche Geldspenden beim niedern Volke beliebt zu machen. Wenn er auchdabei in Schulden geriet, so hoffte er, daß einst einträgliche Ämter ihmalles wieder vielfältig einbringen werden. Darum bewarb er sich umStaatsstellen. Er wurde Quästor (Finanzbeamter), dann Ädil (Bau-aufseher); als solcher sparte er kein Geld, um Rom zu verschönern, dasVolk zu belustigen und dieses dadurch noch mehr für sich zn gewinnen.Einmal ließ er 320 Feckterpaare in silbernen Rüstungen auftreten. Nachzwei Jahren bewarb er sich nm das Oberpriesteramt, das sonst nurehrwürdigen Greisen zu teil wurde; doch Cäsar wurde gewählt. Durchseine verschwenderische Lebensweise geriet er tief in Schulden, so daß ersagte: „Fünfzehn Millionen brauche ich, um nichts zu besitzen." Als erfür das nächste Jahr zum Prätor (Statthalter) von Spanien gewähltwurde, ließen ihn seine Gläubiger erst ziehen, als der reiche Crassus fürihn Bürgschaft geleistet hatte. Auf seiner Reise nach Spanien durchzoger ein schmutziges Alpendorf, über welches seine Begleiter spotteten; eraber sagte: „Lieber hier der Erste, als in Rom der Zweite." DurchErpressungen nnd Eroberungen raffte er in Spanien so viel Geld zu-sammen, daß er nicht bloß alle seine Schulden bezahlen konnte, sondernsich auch noch ein ungeheures Vermögen erwarb.
2. Ccrsav als GvsUevev GaMerrs. 58—50 v. Chr.n> Pompejus war damals der mächtigste Mann in Rom. Er hatteviele ruhmreiche Kriege geführt. Im Jahre 63 v. Chr. hatte er Jerusalemerobert und den Römern das Volk der Juden unterworfen. Der klugeCäsar verband sich im Jahre 60 mit ihm und Crassus zu einem Trium-virat (Dreimännerbund), durch welches er selbst noch höher znsteigen, der zweite sich zu behaupten nnd der dritte noch mehr zn ge-winnen hoffte. Sie brachten es durch ihr Ansehen und ihr Geld dahin,daß beinahe alle hohen Ämter mit ihren Anhängern besetzt wurden. Imfolgenden Jahre erklomm Cäsar die höchste Stufe: er wurde Konsul.Sein Mitkonsul hatte so wenig zu bedeuten, daß die Römer scherzweisesagten, in diesem Jahre seien Julius und Cäsar Konsuln. — d NachAblauf seines Konsulats ließ sich Cäsar die Statthalterschaft von Gal-lien übertragen; Pompejus erhielt Spanien, blieb aber in Rom, undCrassus ging nach Syrien, wo er einige Jahre darauf im Kampfe siel.Unter Onllia. eisnffiing. verstanden die Römer Oberitalien, unter OnllinU'kmsnlpiiig. das Land zwischen den Pyrenäen und dem Rhein. Vonletzterem besaßen sie damals bloß das Mündungsgebiet der Rhone. Derschlaue Cäsar hatte sich Gallien mit Absicht geben lassen; denn durchneue Eroberungen konnte er sich großen Ruhm erwerben und dabei ein