XI. Augustus. 81 v. Chr. bis 14 n. Chr.
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XI. 2lugustus.
31 v. Chr. bis 14 n. Chr.
1. Ootaniän und Antnnrus. — a) Die Kunde vonCäsars Ermordung erregte bei den Römern ungeheure Bestürzung undVerwirrung. Der Senat billigte zwar die That; aber der sittenloseMarkus Antönius, ein inniger Freund und Verehrer Cäsars, wußtebei dessen Leichenbegängnis durch seine Beredsamkeit das Volk zur Wutgegen die Mörder zu entflammen. Es begleitete die Leiche des großenToten zum Scheiterhaufen, nahm von diesem brennende Scheiter und zündetedamit die Häuser der Mörder an. Antönius bemächtigte sich eines großenTeils des Cäsar'schen Vermögens und vermehrte damit seinen Anhang.— d) Octaviän, der von Cäsar zum Erben eingesetzt worden war, kam nachRom, um sein Erbe anzutreten. Er wußte sich, obgleich er erst 19 Jahrealt war, die Gunst des Volkes zu erwerben. Mit Antönius vereinigt,schlug er bei Philippi in Macedonien die Heere des Brutus und Cassius.Philippi gilt als das Grab der römischen Republik. — e) Zehn Jahrelang beherrschten nun Octaviän und Antönius das römische Reich; erstererregierte von Rom aus die westlichen, letzterer von Ägypten aus die öst-lichen Provinzen. Antönius führte mit der schönen Königin Kleöpatraein äußerst schwelgerisches und lasterhaftes Leben. Endlich geriet er mitOctaviän in Streit. Bei Actium an der Nordwestküste Griechenlands,wurde er im Jahre 31 v. Chr. geschlagen.
2. Augustus, dev erste römische Kaiser. 31 v
Chr. bis 14 n. Chr. — ri) Jetzt war Octaviän Alleinherrscher. Dasrömische Volk hatte schon längst die altrepublikanische Tugend eingebüßtund beugte sich knechtisch unter die starke Hand. Die Bürgerkriege hattenseine besten Männer dahingerafft. Übrigens war Octaviän durch CäsarsSchicksal gewitzigt worden; da die Königskrone beim Volke verhaßt war,so hütete er sich wohl, sie anzunehmen. Er schonte die republikanischenFormen. Er ließ das Volk sich versammeln und Wahlen treffen wievorher. Doch verstand er es vortrefflich, sich allmählich die wichtigstenAmter, wie das Konsulat, das Tribunal rc. übertragen zu lassen. —I») Der Senät überhäufte ihn mit Ehrenbezeugungen. Er gab ihm denTitel Imperator; als solcher war Octaviän Befehlshaber aller Truppen;vom großen Cäsar legte er sich den Namen bei, woraus das Wort Kaiserentstanden ist. Der Senät gab ihm den Beinamen Augustus, d. i. derErhabene, und legte ihm zu Ehren auch einem Monat diesen Namen bei.Er erlaubte ihm, Gold- und Silbermünzen mit seinem Bildnis zu schlagen.Oft stellte sich Augustus, als ob er des Regierens müde sei, und bat denSenät, ihn seiner Ämter zu entheben; allein er dachte nie im Ernstedaran, die schwer errungene Macht niederzulegen. Der Senät hütetesich wohl, seiner Bitte zu willfahren; im Gegenteil, er bat ihn dringend,die Regierungslast auch ferner zu tragen. Dadurch wußte Augustus
Luglnbüh 1, Weltgeschichte. 2. Allst. Z