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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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39
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XIX Die Völkerwanderung. 375568.

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ä) Attila beschloß, den weströmischen Kaiser zu züchtigen, weil er ihmseine Schwester nicht zur Gemahlin geben wollte. Zuerst aber beab-sichtigte er, den mit Rom verbündeten Westgotenkvnig zu demütigen.Wie ein Heuschreckenschwarm wälzten sich seine unzählbaren Kricgsscharendie Donau aufwärts und über den Rhein. Vollständige Verwüstung be-zeichnete ihre Spuren.Wohin der Huf von Attilas Pferd trat, dawuchs kein Gras mehr." Schnell kam der römische Feldherr Astins denWestgoten zu Hilfe, zog auch noch fränkische und bnrgundische Truppenan sich und gebot dem Vordringen Attilas Halt. Auf den kat »lau-nischen Feldern bei CHLlons s.M. kam es 451 zu einer gräßlichenSchlacht. Sie dauerte von morgens früh bis abends spät. Die ver-einigten Germanen und Romanen siegten. Etwa 100,000 Leichen be-deckten das Schlachtfeld. Der Kampf war so entsetzlich, daß ein Bachvorn Blute anschwoll. Auch ging die Sage. daß die Gefallenen alsGeister das Ringen in der Luft fortgesetzt hätten. e) Im folgendenJahre zog Attila geraden Wegs von Ungarn nach Italien. Schon hatteer die feste Grenzstadt Aguileja erstürmt, deren Einwohner sich auf diebenachbarten Inseln im adriatischen Meere hinausflüchteten und dortVenedig gründeten, als es dem römischen Bischöfe gelang, ihn durchBitten und Geschenke zur Umkehr zu bewegen. Bald darauf starb Attilaeines plötzlichen Todes. Die trostlosen Hunnen schoren ihr Haar undzerfetzten ihr Gesicht vor Gram. Sie legten seinen Leichnam in einengoldenen Sarg, verwahrten diesen in einem silbernen und umschlossen beidemit einem eisernen. Auch töteten sie alle Arbeiter, welche an dem Be-gräbnis beteiligt gewesen waren. Das große Hnnnenreich zerfiel; dieHunnen selbst wurden größtenteils nach dem schwarzen Meere zurück-gedrängt.

4. Franken unk ankere keutskl/e Stämme.

a) Gedrängt von den Hunnen warfen sich die Sueven oder Schwabennach Spanien, wo sie dann im Reiche der Westgoten aufgingen. AmOberrhein ließen sich die Alemannen, am westlichen Jura die Bur-gundionen, in England die Angeln und Sachsen nieder. Ii) Wohldie weitesten Wanderungen machten die Vandalen, die rohesten allerGermanen. Von der Oder gelangten sie über den Rhein durch Galliennach Südspanien, setzten unter ihrem Könige Geiserich bei Gibraltar überdas Meer und gründeten in Nordafrika ein großes Reich mit der Haupt-stadt Karthago. Von da aus bedrohten sie sogar Rom. Im Jahre 455belagerten sie diese Stadt, nahmen sie ein und verwüsteten sie in soschrecklicher Weise, daß Wandalismus von da an mit blinder, unsinnigerZerstörungswut gleichbedeutend ist. (;) Über den Nicderrhein brachendie Franken und breiteten sich in Belgien und Nordfrankreich aus.Unter ihrem tapfern Anführer Chlodwig unterwarfen sie 496 die Ale-mannen, die sich in Süddeutschland und in der Schweiz niedergelassenhatten. In der entscheidenden Schlacht sollen die Franken bereits ge-