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XIII. Mohammed. 022.
wichen sein, als Chlodwig sich des Christengottes erinnerte, mit dem ihnseine Gemahlin Chlotilde bekannt gemacht hatte, und ausrief: „Hilf mir,Jesus Christus! Ohnmächtig sind meine Götter. Wenn du mir in derNot beistehst, will ich an dich glauben." Bald darauf flohen die Ale-mannen ; denn ihr König war tot; seiner Gemahlin ließ Chlodwig melden:„Chlodwig hat die Alemannen, Chlotilde den Chlodwig besiegt." Nachder Schlacht empfing er mit 3000 Adeligen die Taufe, wobei der Bischofdie Worte sprach: „Benge, stolzer Franke, demütig deinen Nacken. Betean, was du verbrannt, und verbrenne, was du angebetet hast." Obschonder Papst ihn den allerchristlichsten König nannte, blieb Chlodwig dochroh und ermordete die übrigen fränkischen Fürsten, um sich die Allein-herrschaft zu sichern. Später unterwarf er auch das Westgotenreich biszur Garonne. — <l) Unterdessen war das weströmische Reich ganz zu-sammengebrochen. Seit Jahrzehnten hatte es seine Kriege fast nur mitdeutschen Miettruppen geführt. In Wirklichkeit waren deren AnführerGebieter in Rom und nicht der Kaiser. Im Jahre 476 wurde auchdiesem Scheinkaisertum ein Ende gemacht. Odoaker, ein germanischerHeerführer, setzte den letzten römischen Kaiser, Romulus Augustulus,einen schönen Knaben, ab und nannte sich König von Italien. — 6) Nacheinigen Jahren wurde auch Odoakers Reich von Theoderich demGroßen, dem König „der Ostgoten, zerstört. Dieser gründete im Jahre494 in Italien und Österreich das Ostgotenreich. Er stellte Ruhe undOrdnung her, schuf gleiches Recht für Germanen und Romanen undsuchte die deutschen Stämme zu vereinigen. Nach seinem Tode beganndas Reich zu zerfallen. Der oströmische Kaiser machte ihm 553 einEnde. — t') Kaum hatte er Italien aufs neue geordnet, so drangen 568die Langobarden, die den Namen von ihren langen Bärten führten,in Oberitalien ein und gründeten ein Reich, das 200 Jahre Bestandhatte. Mittel- und Unteritalien verblieben bei Ostrom. Bis zum Jahre1870 hat sich Italien nie mehr einigen können. Die Gründung desLangobardenreichs in Oberitalien, an das noch der Name Lombardeierinnert, schließt die Zeit der Völkerwanderung ab.
XIII. Mohammed.
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1. Mj-Iplrmmeds Irrgend. — u) Mohammed wurdein Mekka, einer Stadt Arabiens, geboren. Früh verlor er seine Eltern;ein Oheim nahm sich seiner an. Da dieser nicht wohlhabend war, mußteMohammed andern Mekkanern Schafe hüten und Beeren sammeln, wasnur arme Leute und Sklaven thaten. Später begleitete er seinen Oheim