XV. Heinrich X 919—986.
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schon nach wenigen Jahren allgemein anerkannt. — d) Damals bildetendie Ungarn oder Magyaren für Deutschland eine wahre Landplage.Fast alljährlich brachen sie in unzähligen Schwärmen auf ihren ge-panzerten Rossen nach Westen auf, verheerten das Land und ließen, wie
einst die Hunnen, nichts als eine Wüste zurück. Die Geschichtschreiber-
wissen von ihrem schändlichen Treiben nicht genug zu erzählen. Als sienun 924 aufs neue ins deutsche Gebiet einbrachen, fühlte sich Heinrichnoch zu schwach, mit seinem Fußvolke den wilden Reiterscharen erfolg-reichen Widerstand zu leisten. Er schloß sich in eine Stadt ein und
lieferte ihnen kleine Gefechte. Er mußte sein Land verwüsten lassen.
Doch gelang es, einen Waffenstillstand mit dem Feind abzuschließen.Dieser versprach, neun Jahre lang nicht mehr in sein Gebiet einzufallen:Heinrich mußte dagegen einen jährlichen Tribut entrichten.
Innevo Entwicklung. — »>) Den neunjährigenWaffenstillstand benutzte Heinrich aufs beste. Es fehlte an befestigtenOrten, in denen die Einwohner beim Einbruch ihrer Feinde Schutz fanden.Deshalb ließ Heinrich namentlich an der östlichen Grenze von Thüringenund Sachsen die Häuser eng zusammenbauen und mit Wällen und Mauernumschließen. Kleinere feste Plätze wurden vergrößert. Aber noch immerbetrachteten die Deutschen die umschlossenen Orte als Gefängnisse, da siegewohnt waren, frei auf ihren zerstreuten Höfen zu leben. Heinrich be-fahl, daß je der neunte Mann in den befestigten Ort ziehe, hier für sichund seine acht Gefährten Wohnung einrichte und Speicher und Vorrats-kammern besorge. Der dritte Teil aller Feldfrüchte mußte ihm abgeliefertwerden. Auch befahl Heinrich, daß die Gerichtstage, Volksversammlungen,Märkte und Feste in jenen Orten abgehalten werden. Da aus diesenbefestigten Plätzen später Städte entstunden, erhielt der König den Beinamen„der Städtegründer." Wenn auch diese ummauerten Orte mit ihrenstrohbedeckten Blockhäusern und ungepflasterten Straßen eigentlichen Städtenwenig glichen, so erreichte doch Heinrich damit das, daß er die Deutschen all-mählich an das Wohnen hinter festen Mauern und verschlossenen Thorengewöhnte. — b > Wenn aber Heinrich den Reiterschwärmen der Magyarenwirksam begegnen wollte, so mußte er sein ganzes Heerwesen umgestalten.Er befahl, daß je der älteste Sohn eines Hofbesitzers zu Pferdeerscheine und sich an den Kriegsdienst zu Pferde gewöhne. Bald war imganzen deutschen Reiche Kriegsmann und Rittersmann gleichbedeutend,und aus dem Volksheer wurde ein Ritterheer. — v) Jetzt galt es,die neue Heeresordnung zu erproben, die Krieger in kleineren Kämpfenabzuhärten und auf den großen Magyarenkrieg vorzubereiten. Dazu botsich im Nordosten des Reiches genug Gelegenheit. Zwischen Elbe undOder wohnten die heidnischen Wenden, wilde, slavische Stämme, diefortwährend Raubzüge in das benachbarte, deutsche Gebiet unternahmen.Heinrich unterwarf sie alle in blutigen Kämpfen. Auch verpflanzte erdeutsche Familien unter die Wenden, so daß das ganze Gebiet zwischen
Lug in Kühl, Wcltgci'chichre. S. Ausl. 4