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XVI. Heinrich IV. 1056—1106.
Elbe und Oder, ja durch spätere Kämpfe und Ansiedelungen noch weitüber den letztem Strom hinaus wieder germanisch wurde.
4. Sieg über? die Mngavn. — u) Nach Ablauf desWaffenstillstandes schickten die Magyaren ihre Gesandten, um den Tributzu fordern. Sie wurden abgewiesen. Im heutigen Meißen gab manihnen sogar zum Spott einen räudigen Hund. Heinrich hielt Reichsver-sammlung und stellte ihr die Größe der Gefahr vor. Alle erklärten sichbereit, Gut und Blut gegen die Magyaren zu wagen. Racheschnaubendzogen diese heran; Feuersbrünste verkündeten ihre Ankunft. Heinrich stelltesich ihnen an der Unstrut entgegen. Schon beim Anblick des deutschenReiterheeres flohen die Magyaren in solcher Eile davon, daß nur wenigevon ihnen gefangen genommen oder niedergemacht wurden. Heinrich er-beutete ihr Lager. — 1») So lange er lebte, wagten sie nie mehr zurück-zukehren. Nachher bezwäng er auch die Dänen, die zu dem seeräuberischen,germanischen Botksstamme der Normannen gehörten. Kurz vor seinemTode hielt er eine große Reichsversammlung, an der er seinen SohnOtto zum Nachfolger empfahl. Dieser wurde auch gewählt.
Mcinrichs I. Nachfolger. — s.) Otto der Große war ein gewaltiger Fürst.Er eiferte Karl dem Großen nach; sein Leben verlief nnter beständigen Kämpfenmit aufrührerischen Großen und mit äußeren Feinden. Er belehnte seine Verwandtenmit der Herzogswürde und suchte dadurch die Rcichseinheit und Königsgcwalt zubefestigen. Als die Magyaren ihre Verwüstungszüge nach Deutschland wiederbegannen, wurden sie in der Schlacht auf dem Lechfelde 955 so entsetzlichgeschlagen, daß von ihrem ganzen Heere nur sieben Mann mit abgeschnittenen Nasenund Ohren zurückgekehrt sein sollen. Nachdem die Kaiserkrone in den letzten hundertJahren zeitweise gar nicht getragen worden war, ließ sich Otto der Große 962 inRom znm Kaiser krönen; seitdem galt der Grundsatz, daß nur der deutsche Königzum Kaisertum fähig, die Verleihung aber nur in Rom möglich sei. — d) AufOtto I. folgte Otto II. und diesem Otto III., die beide des Reiches Grenzen wahrten,aber frühe starben. Der letzte der sächsischen Kaiser war Heinrich II., der Heilige;er ließ herrliche Kirchen bauen, z. B. den Dom zu Bamberg und das Münster zuBasel. Als er 1024 ohne Nachkommen starb, erlosch das sächsische Kaiserhaus,nachdem es 105 Jahre ruhmreich über Deutschland regiert hatte.
XVI. Heinrich IV.
1056 — 1106 .
Heinrich III. — sy Nach dem Aussterben des sächsischen Herrschergeschlechtsging die Kaiserkrone auf das fränkische oder salische Herzogshaus über. Unter seinemersten Kaiser, Konrad II. (1024—1039), wurde das Königreich Burgund zwischenRhein einer- und Saone und Rhone anderseits mit dem deutschen Reich vereinigt. —t>1 Sein Sohn Heinrich III. (1039—1056) brachte das Kaisertum zur höchstenBlüte. Denn seine Gewalt erstreckte sich von der Rhone bis zur Aluta, von der"Nordsee bis zum Golf von Neapel. Widerspenstige Große züchtigte er hart. Kräftigtrat er auch gegen die geistlichen Würdenträger auf. Er besetzte die Bistümerund Abteien und hielt die Geistlichen in strenger Zucht. Zu seiner Zeit gab es drei