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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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59
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XVIII. Friedrich I. 11521190.

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Frauen trugen keuchend als ihr Kostbarstes ihre Männer hinaus. Einige rietenKonrad, einen solchen Mißbrauch seiner Vergünstigung nicht zu gestatten; er abersagte:An einem Königswort soll man nicht drehen oder deuteln." Er schenkte denwackern Frauen nicht bloß ihre Männer, sondern auch noch ihre ganze Habe.

1. irnd Mailand. :y Nach Konrads III.Tode wurde sein Neffe Friedrich zum König gewählt. Er war damals30 Jahre alt. Rötliches Lockenhaar zierte sein Haupt. Seines rotenBartes wegen nannte man ihn in Italien Barbarossa, d. i. Rotbart.Blaue Augen strahlten aus seinem ausdrucksvollen Antlitz. d) InItalien war das kaiserliche Ansehen tief gesunken. Die Städte, an ihrerSpitze Mailand, waren reich und mächtig und wollten sich selberregieren. Als Barbarossa Mailand zum Gehorsam aufforderte, wurdenseine Gesandten verhöhnt, sein Schreiben ward zerrissen und in den Kotgeworfen. Hieraus zog Friedrich über die Alpen und zerstörte drei lom-bardische Städte; doch wagte er mit seinem kleinen Heere nicht, Mailandselbst anzugreifen. Er wünschte, möglichst bald zum Kaiser gekrönt zuwerden, was auch geschah. e) Um das stolze Mailand zu züchtigen,überschritt Friedrich I. mit 100,000 Mann Fußvolk und 15,000 Reiterndie Alpen. Die Stadt wurde belagert; nach einigen Wochen sah sie sichzu einem demütigenden Vertrag gezwungen; sie hatte öffentliche Beweiseihrer Unterwerfung zu geben. An einem bestimmten Tage erschienen vor-dem Kaiser ihre Geistlichen barfuß und mit Trauerkleidern angethan,dann die Vorgesetzten, das blanke Schwert an einem Band um denHals. Alle warfen sich vor dem Fürsten nieder und baten um Ver-zeihung. Friedrich nahm einem jeden das Schwert vom Halse. DieStadt leistete den Eid der Treue. ä) Bald empörte sich Mailandaufs neue. Die kaiserlichen Gesandten entgingen hier kaum dem Tode.Barbarossa schritt nun mit der größten Strenge ein. Die Stadt wurdezerstört; nur die Kirchen blieben unversehrt. Das traurige Schicksal Mai-lands wirkte abschreckend auf andere Städte, die auch Gelüste trugen,das kaiserliche Joch abzuschütteln.

2. KarVaroNa nrrd Heirrrrih dev Körve.

il) Auf seinem fünften Römerzuge belagerte Friedrich I. die feste StadtAlessandria, die der Papst Alexander III. ihm zum Trutz erbaut undnach seinem Namen benannt hatte. Erfolglos bestürmte er sie siebenMonate. Auf die Kunde vom Anrücken eines lombardischen Heeres sahsich der Kaiser genötigt, die Belagerung so schnell aufzuheben, daß ernicht einmal Zeit fand, sein Lager zu rette», sondern es den Flammenpreisgeben mußte. 1») Gleichwohl verzagte er nicht; er hoffte auf dieHilfe deutscher Fürsten, namentlich auf die Heinrichs des Löwen, derihm seit 20 Jahren treu diente. Allein letzterer erschien nicht, weil erseine Truppen lieber zur Vergrößerung seines eigenen Reiches als des-jenigen des Kaisers verwenden wollte. Dieser hielt eine Zusammenkunftmit ihm.O Heinrich," bat er,verlaß mich in dieser Stunde nicht.