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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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XX. Die schweizerische Eidczenossenschaft. 12911»1:>.

kurzen Schlagivaffeu die Feinde zu Boden. Die Blüte des Adels, derHerzog selbst, fiel. Noch nie hatte der stolze Adel im Schweizerlandeeine so blutige Niederlage erlitten, und noch nie hatte sich die Tapfer-keit des Hirtenvolkes glänzender bewährt, als an diesem Tage.6> Zwei Jahre später erwehrte sich auch Glarus der Angriffe der Öster-reicher und warf diese in der Schlacht bei Näfels zurück. Zwar fieles ihm schwer, ihrer Meister zu werden. Diese blutigen Schlachten, derenAndenken noch heute alljährlich gefeiert wird, verleideten den Österreichernihre Angriffe auf die Schweiz, Ein neues Bundesgesetz, Sempa «Her-tz rief genannt, sollte bei den Truppen in künftigen Feldzügen eine stram-mere Ordnung sichern.

3. St. Icrtrrrj- an der? Kivs. 1444. s,) Das 15. Jahr-hundert bildet das Heldenzeitalter der Schweizergeschichte. Die eidge-nössischen Orte blühten herrlich auf und schlugen die Angriffe von viermächtigen Völkerheeren zurück, die, nach einander von verschiedenen Seiteneindringend, ihre Freiheit bedrohten. Doch bei all innerem Erstarken undden glorreichen Siegen schlichen sich auch allerlei Fehler ein. Mehr undmehr bildete sich der Gegensatz zwischen den Städtekantonen Zürich,Bern, Luzern einerseits und den Länderkantonen Uri, Schwyz undUnterwaldeu anderseits aus. Mehr als einmal drohte dieser Zwiespaltin einen Bürgerkrieg auszuarten. Auch geschah es hauptsächlich in diesem15. Jahrhundert, daß die Eidgenossen anfingen, sich Unterthanen zu er-werben und eroberte, gekaufte oder geschenkte Orte zu bevogten. DieseFehler rächten sich nach 400 Jahren an ihnen. I») Läudergier warauch die Ursache des alten Zürichkrieges, in dem Schwyz, baldunterstützt von den andern Orten, gegen Zürich um das Erbe des Grafenvon Toggenburg, namentlich um Utznach, Gaster und Sargans stritt.Während desselben wollten die Armagnaken, ein französisches Kriegsvolkunter Anführung des Dauphin oder Kronprinzen, über Basel in dieSchweiz einbrechen und die Eidgenossen zur Aufhebung der BelagerungZürichs zwingen. 1500 Schweizer lieferten ihnen bei St. Jakob ander Birs, in der Nähe von Basel, eine Schlacht. Einen ganzen Tagkämpfte die Heldenschar gegen eine zwanzigfache Übermacht. Wohl unter-lag sie; aber der Kronprinz hatte den Sieg so teuer erkaufen müssen, daßer es für ratsam hielt, den Rückzug anzutreten.

4. Krrrgirndevtrvieg. 1^76. rr) Der gewaltigste Krieg,den die Schweiz je geführt hat, ist der Burgundcrkrieg, dessen Haupt-schlachten in das Jahr 1476 fallen. Einem mächtigeren und gefähr-licheren Gegner, als Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund, hat dieSchweiz nie gegenüber gestanden. Er besaß nicht bloß unermeßliche Reich-tümer, die ihm lange und große Kriege zu führen erlaubten, sondern auchein wohlgeübtes und sieggewohntes Heer. Er unterlag bei Grandson;sein Heer zwar wurde mehr nur zersprengt als geschlagen. Unermeßlich