Buch 
Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
Entstehung
Seite
65
JPEG-Download
 

XX. Die schweizerische Eidgenossenschaft. 12911513. 65

war die Beute, die hier den Siegern in die Hände fiel. d) Ent-scheidender war die Schlacht bei Mnrten am 22. Juni 1476. Helden-mütig verteidigte Hadrian von Bubenberg mit 2000 Mann diese Stadtund schrieb nach Bern:So lange in uns noch eine Ader lebt, giebtkeiner nach." Endlich rückten die Eidgenossen heran: wohlan, ein statt-liches Heer, wie die Schweiz noch keines gesehen! Aus den entlegenstenOrten waren sie gekommen, um sich freudig in die Schar der Kämpfeudenzu reihen. Karl glühte, die Niederlage bei Grandson zu rächen; schreck-lich sollte seine Rache sein. Er erwartete unter strömendem Regen denAngriff. Ungeachtet der todbringenden Feuerschlünde überstiegen diemutigen Eidgenossen die Gräben und Schanzen. Karls Heer löste sich baldin wilder Flucht auf. Entsetzlich war seine Niederlage, kostete sie ihndoch mehr als 10,000 Mann. Bald darauf verlor Karl in der Schlachtbei Nancy das Leben. Sein Reich fiel zwar nicht an die Sieger; dochhatten sich diese unsterblichen Ruhm erworben. o) Auch vom Südenher drohte ihnen ein Feind; allein auch da bewiesen sie ihre Tapferkeit;sie schlugen die Mailänder.

o. Die XIH-öetige GidgerrossensrtMft. ri) Als

hierauf zwischen den Städte- und Länderkantonen ein Bürgerkrieg aus-znbrechen drohte, wußte der fromme Unterwaldner Einsiedler Niklansvon der Flüe die Eidgenossen auf der Tagsatzung zu Stans 1481 zueinigen; Freibnrg und Solothurn wurden in den Bund ausgenom-men. Ein neues Bundesgesetz, das sogenannte Stanser-Verkommuis,verbot unter andern:, Volksversammlungen ohne obrigkeitliche Erlaubnisabzuhalten und gebot, daß in Fällen des Aufruhrs die übrigen Orte derbedrohten Regierung zu Hilfe eilen. kil Noch immer sahen viele dieSchweiz als einen Teil des deutschen Reiches an. Der Kaiser wünschte,daß sie sich der Kammergerichtsordnung unterwerfe, was sie standhaftverweigerte. Die für den Türkenkrieg verlangten Truppen schickte sie ihmauch nicht. Zwischen den Deutschen jenseit des Rheines, schlechtwegSchwaben genannt, und den Schweizern entstanden unaufhörliche Reibe-reien, so daß endlich im Jahre 1499 ein Krieg ausbrach, der in derSchweizergeschichte als Schwabenkrieg bekannt ist. Auf beiden Seitenfehlte es nicht an Raub- und Plünderungszügen. Auch in diesem Kriegebewährten die Schweizer ihre alte Tapferkeit, machten ihren Namen ge-fürchtet und schickten ihre Feinde mit blutigen Köpfen nach Hause. Sietrugen in vier großem Gefechten und in den drei entscheidenden Schlachtenden Sieg davon, obgleich es nicht leicht war, die ganze Grenzlinie vonBasel über den Bodensee hinauf bis ins graubündnerische Münsterthalzu schützen. Durch diesen Krieg löste sich die Schweiz in Wirklich-keit vom deutschen Reiche los, wenn dies auch im Friedensvertrag nichtausgedrückt ward. Im Jahre 1501 traten Basel und Schaffhausen,1513 auch Appenzell dem Bunde der Schweizer bei und erweitertendiesen zur Xlll-örtigen Eidgenossenschaft, die bis zum Jahre 1798 be-

Lnginbnhl, Wcltgcschichte. 2. Allst. 5