XXII. Mittelalterliche Zustände.
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Asche wurde i» die Seine geworfen. Erst 25 Jahre nachher ward derProzeß gegen sie nochmals untersucht, für ungerecht erklärt und ihr An-denken ivieder zu Ehren gebracht. Johanna lebt in vielen Kunstwerken, wiein Gedichten, Denkmälern rc. fort. — <I) Das Glück blieb den französischenWaffen auch nach Johannas Tode treu. Karl VII. durfte die Beendi-gung des hundertjährigen Krieges noch erleben; dieser schloß mit der fastvölligen Vertreibung der Engländer aus Frankreich.
XXII. mittelalterliche Zustände.
1. Dcrs Fcrrdnl- rrrrd Mtterrveserr. — u) Das
Mittelalter ist die Blütezeit des Feudal- oder Lehenswefens. Die Fürstenpflegten die Männer, die ihnen in Kriegen beistauden, mit Land zu be-lehnen. Mancher erhielt dabei ein ganzes Dorf oder gar einen ganzenBezirk mit mehreren Dörfern zu Lehen (Lehen-Feudum). Er warLehensmann oder Vasall; der Fürst sein Lehensherr. Dieser fordertevon jenem keine Abgaben, sondern Treue. Wenn der Vasall die Treuebrach und statt für gar gegen den Herrn zu Felde zog, dann verlor erseine Lehen; blieb er ihm aber treu, dann vererbten sich seine Lehen auffeine Nachkommen; ja er durfte sogar einen Teil davon andern schenken,so daß er dadurch deren Lehensherr wurde. — I») Überdies hatte jederreiche Adelige mehrere Dicnstmannen, die ihm zu Hause dienten; dereine überwachte als Schenk den Keller, ein anderer als Truchseß dieTruhen (Speisen), ein dritter als Kämmerer die Zimmer und Kleider,ein vierter als Marschalk den Pferdestall u. s. w. Die Dienstmannenwaren vom Herrn ganz abhängig, durften ohne seinen Willen nichts er-werben oder kaufen, ja nicht einmal heiraten. Doch trugen sie adeligeKleidung und zogen mit zu Pferde in den Krieg; sie zählten zum Adel,wenn auch zum niedersten. Später erhielten sie auch Lehen und wurdenden Vasallen gleichgehalten. So waren fast alle Adelige nicht Eigen-tümer ihrer Güter, sondern nur Lehensleute, die nicht frei handelndurften. — e) Jeder Adelige suchte Ritter zu werden. Die Ritterbildeten einen eigenen Stand, den Ritterstand. Nie sah man einen Ritterauf dem Felde oder in der Wcrkstätte arbeiten. Einzig und allein derWaffendienst zu Pferd, die Jagd und das Ritterspiel (Turnier) wareneines Ritters würdig. Sein Sohn stand bis zum siebenten Jahre unterder Pflege seiner Mutter. Dann kam er an einen fremden Hof oder zueinem andern Ritter, wo er sieben Jahre lang als Page oder „Juncher-relin" höfische Sitten lernte, feinem Herrn bei der Tafel aufwartete, ihmdie Waffen reinigte und sich im Fechten, Bogenschießen und Schwimmenübte. Im 14. Jahre bekam er ein Schwert samt Wehrgehänge und hatteals Knappe seinen Herrn überall zu begleiten. Im 2l. Jahre wurde erauf höchst feierliche Weise zum Ritter geschlagen. Nachdem er knicend