18
Hellenische Kultur. Bildende Künste.
aristokratisch geleitetes Staatswesen, die demokratischen Einrichtungen sind haupt-sächlich nur vorbeugende und überwachende.
Eine reine Demokratie war aber selbst die radikalste, die athenische, nicht,denn die voll- und gleichberechtigte Bürgerschaft bildete tatsächlich eine Ober-llasse über einer großen Zahl minderberechtkgter Schutzverwandten, Klienten undHörigen und ganz rechtloser Sklaven. Man sperrte auch den Zugang zumBürgerrecht, damit nicht zu viele aus dem Staate Vorteil ziehen sollten. Endlichblieb auch dort der Gegensatz zwischen den Besitzenden und der großen Massesehr schroff, spricht doch Platon von den „zwei Nationen" im Staate.
ßellenifdie Kultur.
Entwicklungsgang:
1. Allmähliche Erhebung über das Primitive und Loslösung von orientalischemEinfluß.
2. Reiche Entfaltung zu selbständiger, alles überragender Bedeutung, seit 500.
3. Ausbreitung zur Weltkultur seit 330: hellenistische Kultur.
Athen erlangt im 5. Jhdt. mit der politischen Führung die kulturelle aufallen Gebieten, seltene Fülle von Persönlichkeiten. Seit c. 300 das neu-gegründete Alexandreia großartiges Kulturzentrum.
KUclenlle Künlte.
Fortschritt zur Pflege um ihrer selbst willen und zu eigenen ästhetischenGesetzen, den Grundsätzen edler Einfachheit und Harmonie, zu freier Beherrschungder Natur. Dagegen unkünstlerische Art der Jsraeliten, maßlose Phantastik undÜberfülle bei Indern.
Zuerst, 7. Jahrhundert, in Architektur, im Tempel- und Säulenbaunationaler Stil: Nebeneinander des zierlichen ionischen und des wuchtigen dorischenStils, jener mehr vom Orient beeinflußt, dieser mehr eigenwüchsig. Übergangvon der Holz- zur Steinarchitektur.
Seit c. 450 Höhezeit, Marmorbauten: Parthenon (435), erste künstlerischeProfanbauten (Theater) und Städte-Anlagen (Peiraieus, Thurioi, Rhodos).
5. Jhdt. Die Skulptur wird selbständig von der Architektur: Myronc. 470. Pheidias —430, Polykleitos c. 420. Noch herbe Kunst.
4. Jhdt. Höhezeit, lebensvolle, beseelte Plastik: Skopas c. 400, Praxitelesc. 370, Lysippos c. 330.
3. Jhdt. hohe technische Entwicklung, Realismus, Porträtkunst, auch Genre-Reliefs, Kleinplastik.
5. 440 die Malerei als selbständige Kunst (Polygnotos, Apollodoros).Entscheidende Fortschritte über den Orient: Perspektive, Licht- und Schatten-gebung, Tafelbilder.
4. Jhdt. Höhezeit, volle Bewältigung der Natur: Zeuxis c. 400, Parrha-sios, Apelles c. 320.