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Abriss der allgemeinen Geschichte / von Hugo Rachel
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Das römische Kaiserreich.

43 zweites Triumvirat OctavianuS-AntoniuS-LepiduS.

42 Niederwerfung der Republikaner (Philippi).

31 Sieg Octavians über AntoniuS (Actium), Ende der Bürgerkriege, Durch-führung der von Cäsar angestrebten Monarchie.

Während der Bürgerkriege wird die römische Herrschaft über ganz Kleinasien und

Syrien (64), Gallien (Cäsar 5851), Ägypten (47 u. 30) ausgedehnt.

Das römische Kaiserreich.

31 v.14 n. Chr. Cäsar Octavianus, genannt Augustus (27 v. Chr.),Imperator (Heerbefehl) und Princeps (Vorsitz im Senat). Seine Gewalt bestehta) aus wichtigen Teilen der Senatsbefugnisse: äußere Politik, Verfügung überHeer und Flotte, die wichtigeren Provinzen, ein Teil der Finanzverwaltung(üscus); b) der Häufung republikanischer Ämter in seiner Hand, mit Lebens-länglichkeit und Ausschaltung der Kollegialität: die tribunicische Gewalt mit Un-verletzlichkeit, Gesetzesvorschlags- und Vetorecht, die prokonsularische Gewalt mitdem Heerbefehl, die Zensur, das Pontifikat; c) dazu Verordnungsrecht und obersteGerichtsgewalt.

Im übrigen werden die republikanischen Formen gewahrt: der Senat istTeilhaber der obersten Gewalt (nicht wie unter Cäsar bloßer Staatsrat), hatdie Ztvtlverwaltung von Italien und den Binnenprovinzen, einen Teil der Finanz-verwaltung (aerarium), ja erhält bald auch das Recht der Beamtenwahlen undder Gesetzbestätigung von den Komiticn übertragen; die übrigen republikanischenÄmter bleiben, doch mit beschränktem Geschäftskreis und tatsächlich durch den Im-perator besetzt.

Schein der alten Republik, in Wirklichkeit Militär-Monarchie, die Im-peratoren in den Augen der Nobilität nur Usurpatoren.

Die kaiserlichen Beamten und Juristen sind viel einflußreicher als dierepublikanischen Wahlbeamten. An Stelle der Augusteischen Doppelherrschaft(Dyarchie) tritt mehr und mehr die kaiserliche Selbstherrschaft und der Beamten-staat, der Senat bloßer Staatsrat, vollendet unter Hadrian (117138).

DaS Prinzipal hat zwei große Aufgaben erfüllt: 1. dem Reiche Friedenund eine gute innere Ordnung gegeben, Provinzialverwaltung viel befler alsunter der Nobilität;

2. die Grenzen abgerundet, erweitert und gesichert in Kämpfen vorwiegendmit Germanen und Parthern: Unterwerfung der Alpen- und Pyrenäenvölker,Rhein- und Donaulande, von Mauretanien und Britannien, Armenien und Meso-potamien. Größte Ausdehnung unter Trojan (98117): über Rhein, Donauund Euphrat hinaus.

Starkes stehendes Heer, meist an Grenzen, kaiserliche Garde in Rom.starke Flotten. Nordgrenzen durch Festungen, Militärlager und befestigte Liniengesichert, im Osten Schutzstaaten. Planmäßige Einteilung in Stadtbezirke (muni-cipia) mit Selbstverwaltung; das Reich ein Städte- und Provinzenbund miteinheitlicher Oberverwaltung, Politik und Heerwesen.