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Abriss der allgemeinen Geschichte / von Hugo Rachel
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Zerfall und Neuaufrichtung des Reiches.

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Längster Friedenszustand der Geschickte (31 v. Chr. etwa 200 n. Chr.).Münze, Maß, Gewicht, Zeitrechnung (Julianische Kalenderreform 46 v. Chr.),Recht einheitlich, Verkehr und Verwaltung zweisprachig: im Osten griechisch, imWesten lateinisch. Romanisierung auch des außeritalischen Westens. Hoch-entwickelter Weltverkehr, weite Verbreitung der griechisch-römischen Weltkultur.

Schattenseiten des Imperiums, die mit seinem Ursprung zusammenhängen:Willkürherrschaft schlechter Herrscher, Thronfolge ungeregelt Erbfolge oderAdoption, Ernennung durch Senat oder Erhebung durch Truppen, öfters durchSoldatenausstände.

Seit Ausgang 2. Jhdts. n. Chr. wird das Heer milizartig, germanische Söldnerund Militärkolonisten nehmen zu. Zugleich wird es ausschlaggebenderStaatsfaktor. 193 Erhebung des Septimius Severus durch das Heer, tat-sächliche Militärdespotie.

235284 furchtbare Thronwirren unter Soldatenkaisern. Im Abendland Rück-gang der Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur seit c. 200, Zusammenbruchdes Geld- und Münzwesens. das Geld verschwindet s. 230 aus dem Ver-kehr, Rückfall in Naturalwirtschaft, Verarmung des Westens, Naturalsteuernund Naturalgehältcr. Wachsende Bedrohung der Grenzen durch Germanens. c. 200 und Neuperser s. 226.

Innere Umbildung: Die Vorzugsstellung von Italien, der freien Städte, derSchutzstaaten allmählich beseitigt, die Provinzen Italien gleichgestellt.

212 das römische Bürgerrecht durch Kaiser Caracalla auf alle Gemeinden desReiches ausgedehnt, endlich allgemeine Steuer- und Dienstpflicht allerUntertanen hergestellt.

Neuordnung des Reichs durch illyrische Soldatenkaiser, besonders Diocletianus,284305, vollendet durch Konstantin d. Gr. 306 (323)337.

Völlige Durchführung einer theokratischen Despotie nach hellenistisch-orientalischemMuster mit strengem Zermoniell, bürokratisch zentralisierte Verwaltung,kaiserliches Beamtentum stark vermehrt, hierarchisch gegliedert mit Trennungder Zivil- und Militärgewalt, kaiserlicher Staatsrat. Senat und Konsulatnur noch römische Stadtbehörden (530 bezw. 534).

Neuordnung des Münzwesens, der Besteuerung, diese immer drückender. AlleSonderrechte beseitigt, gleichmäßige Unfreiheit und Steuerbelastung. Diestädtische Selbstverwaltung, auf der das politische Leben der griechisch-römischenWelt beruht hatte, durch den Obrigkeilsstaat unterdrückt.

Neue Einteilung des Reiches: die historischen Provinzen, um Selbständigkeits-bestrebungen zu vereiteln, in kleinere Verwaltungsbezirke zerschlagen.

Teilung der Reichsgewalt, anfangs nur verwaltungsmäßig aus Zweckmäßigkeits-gründen, s. 395 endgültige Spaltung in eine östliche griechische und einewestliche lateinische Hälfte, Hauptstadt im Osten Byzanz (Konstantinopel)s. 330, im Westen Ravenna. Das weströmische Kaisertum hält sich bis 476,das oströmijche bis 1453.