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Abriss der allgemeinen Geschichte / von Hugo Rachel
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Die christliche Kirche seit 4. Jhdt.

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Danach Versuch, die Kirche zur Stärkung der Staatsgewalt zu benutzen: 325erste allgemeine (ökumenische) Synode zu Nikaia unter kaiserlichem Vorsitz,Metropolitanverfassung im Anschluß an die Reichseinteilung, Vorrang derhauptstädtischen Bischöfe von Rom, Alexandria, Antiochia, dann auch Kon-stantinopel und Jerusalem (Patriarchen).

Um 380. Die „katholische" Bischosskirche wird Staatskirche (Theodosius 379bis 395), das Athanasianische Bekenntnis, die Lehre von der Dreieinigkeitorthodox, abweichende (heterodoxe und häretische) Lehren mit dem Tode ge-straft, so besonders der Arianismus (Arius 1' 336). In Byzanz derKaiser auch absoluter Herr der Staatskirche (Cäsaropapismus), ähnlich späterin Rußland.

Formen, Gebräuche, Zeremonien und Aberglaube der verschiedenen „heidnischen"Religionen werden vom Christentum aufgenommen; das Heidentum gehtauf römischem Boden unter Verfolgungen zugrunde.

Wcltflucht und Askese von Indien und Ägypten her (auch Esiäer in Judäa s. 150v. Chr.): Eremiten, dann Genossenschaften von Büßern, erstes Kloster 340 inÄgypten. Das Mönchtum gewinnt mächtigen Einfluß im Orient, s. c. 500auch im Abendlande: 529 Stiftung des Benediktinerordens in Monte Cassino.Ungeheuer wichtig für Verbreitung des Christentums und erster Kultur(vgl. das buddhistische Mönchtum in Tibet, führt erst Seßhaftigkeit undStaatenbildung dort ein s. 7. Jhdt.).

4. Jhdt. Die großen 'griechischen und lateinischen Kirchenväter wirken für Aus-bildung von Lehre und Verfassung. Der größte, der Afrikaner Augustinus('s 430) gab dem abendländischen Christentum sein Gepräge (Erbsünde,Willensunfreiheit, Prädestination).

Dogmenstreitigkeiten in der orientalischen Kirche, Abspaltung der Nestorianer(431), Monophysiten (451) u. a.

Der Bischof von Rom als Nachfolger des Apostelfürsten Petrus behauptet denVorrang (Primat) für die ganze Kirche, besonders nachdrücklich Leo I.(440—461), der erste „Papst". Die byzantinische Kirche unter den Patri-archen voll Konstantinopel löst sich in kultischen Dingen von Rom, besondersdurch den Streit um die Bilderverehrung in Ostrom (726—843). Trennungbeider Kirchen besiegelt 863 (Patriarch Photios gegen Papst Nikolaus I.),endgültige Trennung 1054.

Papst Gregor I., der Große, der letzte der „Kirchenväter" (590—604): Aus-gestaltung der Lehre und Formen der abendländischen Kirche.

Mit dem Erlöschen des Arianismus im 6./7. Jhdt. herrscht die katholische Kircheim Westen allgemein. Die zuerst (s. 4. Jhdt.) bekehrten Germanen — Goten,Wandalen, Langobarden — waren Arianer; Franken um 500, Angelsachsenum 600 katholische Christen (Erzbistum Canterbury). Mission bei den nochheidnischen Germanen durch irische Mönche s. 580, dann durch angelsächsische,