Die italienischen Staaten im 13.-15. Jhdt.
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Geldbezahlte Beamten, Söldnerheer neben Lehndiensten, Flotte. Kriegs- undFrondienst der Untertanen.
Erster großartiger Versuch im Sinne des absoluten Staates, früher Vor-läufer des aufgeklärten Absolutismus.
Ähnlich gestalteten sich später die anderen italienischen Staaten. Fürdie meisten Stadtrepubliken war der Ausweg aus ewigen inneren Parteikämpfenund äußeren Kriegen untereinander die Herrschaft (signoria) einer erblichenDynastie oft von Söldnerführern (Condottieren). Im 14. Jhdt. endet fastallgemein die städtische Freiheit mit der Tyrannis und dem doktrinären Polizeistaat.
Als erste Stadt unterwarf sich Ferrara 1208 den Este.
Mailand unter den Visconti (1311—1447), dann den Sforza (1450 bis1535), s. 1350 großer Territorialbesitz. 1395 Herzogtum.
Florenz nach 1400 unter erblicher Tyrannis der Medici, wächst sich zumstattlichen Territorium aus, s. 1530 Herzogtum Toskana.
Venedig s. 1100 Kolonialbesitz Jstrien-Dalmatien, s. 1204 große Be-sitzungen im östlichen Mittelmeer, s. 1404 Territorialmacht auf dem Festlande.
Genua mit Korsika und Ligurien, Kolonien im Mittel- und SchwarzenMeer, letztere 1361—1475.
Nur die beiden letzten bleiben aristokratische Republiken.
Die Staatsgewalt ist überall ungeteilt wie in den antiken Staaten, dieunterworfenen Städke und Landschaften haben keine politischen Rechte, es gibtkeine Landstände. Römisches Recht und Rechtsgelehrte in Gerichtsbarkeit undStaatspraxis s. 12. Jhdt.: zuerst von Friedrich I. auf dem Reichstag vonRoncaglia 1158 benutzt. Kunstvolle Staatsverwaltung, Geldsteuern, Soldheere,auch eingehende Pflege von Volkswirtschaft, Wohlstand, Kunst und Wissenschaft.Kluge zielbewußte Wirtschafts- und auswärtige Politik.
Kunst der Politik und der Kriegführung, Anfänge des diplomatischen Ver-kehrs, ständige Gesandtschaften und Konsulate. Völlige Bedenkenlosigkeit in derWahl der Mittel, Ränkespiel, Hinterlist, Parteiungen. Staatslehre bei Machiavelli,ll Principe, 1514.
Königtum und Staat in Frankreich.
Nach Erlöschen der Karolinger einer der Großen, Herzog Hugo v. Francien,genannt Capet, zum König gewählt. Macht der Capetinger (—1328, dann eineNebenlinie, Valois —1589) lange nur auf den Hausbesitz, Jsle de France undOrleans, beschränkt. Die großen Vasallen fast unabhängig, verhindern die weiterefeudale Zersetzung in ihren Territorien, so besonders Normandie. Fehdewesen,Bedrückung der Bauern ungeheuerlich. Kirche unterstützt Krone im Bestreben,Einheit und Ordnung zu retten: Gottesfrieden und Diözesan-Milizen.
Das französische Königtum beginnt erst mit Ludwig VI. (1108—1137) anStärke und Ansehen zu gewinnen und der feudalen Anarchie Herr zu werden.Gründe:
Rachrl, 4