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Abriss der allgemeinen Geschichte / von Hugo Rachel
Entstehung
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Soziologische Übersichten

1. Rallen und Völker. 1 )

Raffen und Sprachfamilien fallen nicht zusammen.

Rassen sind die nach leiblichen Merkmalen als blutsverwandt aufzufaffende«Menschheitsgruppen. 3 Hauptraffen (nach Ratzel):

1. Hellfarbige edelgebildete Völker nordwesthemisphärischen Ursprungs:

a) nordische, hellhäutige, blonde,

b) mittelländische, bronzehäutige, dunkelhaarige.

2. Gelb- bis braunfarbige Völker mongoloider Bildung nordosthemisphärischenUrsprungs:

a) finnisch-turanisch-japanische, b) gelbe schlitzäugige straffhaarige Mon-golen, c) rötlich-braune Indianer, d) hell- bis dunkelbraune, teilweislockenhaarige Südostasiaten und Malaiopolynesier.

3. Dunkelhäutige kraushaarige Neger:

a) afrikanische Neger, b) hellere afrikanische Zwergvölker, c) Melanesier,Papua, Tasmanier, d) Australier.

Vielleicht noch 4. eine in anderen aufgegangene kurzköpfige Raffe, früherIn der alten Welt weitverbreitet, mit starken Einschlägen in Raffe 1 und 2 er-halten (Alpine, Mittelmeer-, kleinasiatische Raffe).

Von Sprachfamilien fallen im allgemeinen unterRaffe 1 die Jndogermanen, Hamiten, Semiten, Kaukasusvölker,

Raffe 2 die Uralaltaier, Jndochinesen, Mon-Anam, Japaner-Koreaner, Malaio-polynesier, Amerikaner, Eskimo.

Rasse 3 die Bantu, Sudanneger, Hottentotten, Buschmänner, Drawida, Kolarier,Negrito, Papua, Australier.

Raffe 4 die Basken und vielleicht einige Nordostasiaten.

Die indogermanischen, semitischen und hamitischen Sprachstämme sind dieeinzigen, die sich zur Feinheit des grammatischen Geschlechts erhoben haben,während die indochinesischen einsilbigen Sprachen unentwickelt geblieben sind.

') Vgl. Gustav Ratzenhofer, Soziologie; Ratzel, die Erde und das Leben,1902, Bd. II, S. 623.