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Soziologische Übersichten.
der Bevölkerung. Anwachsen ohne äußeren Zwang, nur unter wirtschaft-lichen Motiven, Großstädte vielfach aus Landorten entwickelt.
5. Kriegswesen. 1 )
1. Ursprüngliche Einheit von Heer und Volk bei wandernden und eroberndenStämmen und Völkern: Rohe Heerhaufen, geschlechterweise und nachHundertschaften gegliedert, mit Wagenburgen. Germanen vorwiegend zuFuß, Mongolen zu Pferd kämpfend.
2. Bei Seßhaftwerden und mehr bäuerlicher Lebensweise Arbeitsteilung:allgemeines Aufgebot nur zur Landwehr, sonst Wechselwehrpflicht oderStellung eines „Auszugs" und Ausscheiden junger Berufskrieger, Gefolg-schaften kriegerischer Häuptlinge.
3. Kriegerkasten mit Grundbesitz ausgestattet (Eigentum oder Lehen) inStaaten feudaler Natur: Alt-Ägypten, Indien, Alt-China, Perser, Dorerin Kreta und Sparta, germanisch-romanischer und japanischer Ritterstand,osmanische Lehnsreiter und Janitscharen, russische Strjelzen.
4. Griechische und römische Bürgerheere ohne besondere militärische Schulung,daher nur in festem Zusammenhalt zu verwenden. Kern die geschlossenestarre Phalanx schwergerüsteter Hopliten, daneben die Wohlhabendsten alsReiter, Nichtbesitzende als Leichtbewaffnete und Hilfsdienste. ÄhnlichBürgeraufgebote der mittelalterlichen Städte.
5. Übergang zum Söldnertum in Griechenland seit dem Peloponnesischen Krieg.Geschulte Krieger, Berufsoffiziere. Jetzt erst Kriegskunst: Xenophon dererste Theoretiker, Epameinondas erster großer Taktiker (schiefe Schlacht-ordnung oder Flügelschlacht). Belagerungstechnik, Geschützwesen. DieMakedonier seit Philipp II. bilden die Taktik der verbundenen Waffenaus und die militärische Mannszucht. Große Feldherren jetzt möglich:Alexander d. Gr. und Hannibal mit dem karthagischen Söldnerheer.
Umwandlung der römtscheNjBürgermiliz mit ihrer schwerfälligen Drei-treffen-Phalanx von Scipio bis Marius in cxerziermäßig geschulte,streng disziplinierte Berufsheere und Auflösung der Phalanx in eineVielheit taktischer Körper mit beweglicher Gliederung (Kohorten), mitleichten Schützen, Reiterei, Feldbefestigungs- und Belagerungskunst, ge-regeltem Verpflegungswesen. Mit solchen durch die Friedensarbeit derCenturionen geschulten Heeren hat Rom die Weltherrschaft gewonnen.
6. Das Mittelalter kennt keine militärischen Verbände, keine geregelte Aus-bildung, keine Kriegskunst, keine Feldherren. Erst seit seinem Ausganglernt man wieder geschlossene Infanterie in größeren Massen einheitlichzu verwenden (bes. das spanische Fußvolk im 16. Jhdt.). Während des30 jährigen Krieges vollzog sich die endgültige Umwandlung der spät-mittelalterlichen Spicßertruppe in die eigentliche Infanterie.
i) Vgl. Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst. — Max Jähns, Heeres-verfassungen und Völkerleben, 1888.