Religionen.
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Aber das Söldnertum, in der Hand von Kriegsunternehmern (größterWallenstein), das die Lehnsreiterei und die Bürgeraufgebote überwundenhat, erweist sich als landverderbendes und dabei höchst unsicheres Werk-zeug. Daher Übergang zu stehenden Heeren, zunächst in Frankreich, seitdem Großen Kurfürsten in Brandenburg-Preußen. Sie bestanden auseinem festen Kern geworbener Berufssoldaten, großenteils landfremder,mit einem vorzugsweise dem Landadel entnommenen Osfizierkorps; danebenwurde die Kriegsdienstpflicht der Untertanen, vor allem der bäuerlichen,wieder in Anspruch genommen: Landmilizen in Frankreich, Enrollierungund Kantonpflicht in Preußen seit Friedrich Wilhelm I. Militärmonarchien,exerziermäßige Ausbildung, planvolle Kriegführung, geregeltes Ver-pflegungswesen (Magazinsystem). Feldherrnkunst: Türenne, Prinz Eugen,Marlborugh, Karl XII., Friedrich d. Gr. England ist bei diesem Systemim allgemeinen geblieben.
7. Die allgemeine Wehrpflicht, zuerst in der französischen Revolution vorüber-gehend, in Preußen seit den Befreiungskriegen auch im Frieden. Rahmen-heer mit aktiver Dienstpflicht und längerer Landwehr- und Landsturm-pflicht.
Daneben in der Schweiz das alte Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht,wahres Volksheer, d. h. Milizpflicht — stete Forderung der Demokratie inandern Ländern.
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1. Die Religionen der Wilden: Dämonen- und Seelenglaube (Animismus),Fetischverehrung und Totenkult, Zauberwesen (Schamanismus.) Ganzindividuell, willkürlich, zufällig, ohne moralische Elemente.
2. Die Religion des Stammes: Verehrung von Naturgewalten undStammesheroen als Gottheiten, Blutsgemeinschaft durch Opfer undsakramentale Mahlzeiten erhalten, Ahnenkult, Mythen. Religion Sacheder Gemeinschaft.
3. Nationalreligionen: Polytheistische Kultreligionen, Götterbilder, Tempel,.Prtesterschaften, streng bindende Riten und Satzungen, grausame Ge-bräuche, religiöser Fanatismus.
4. Höherentwicklung:
a) Pantheistische Vorstellungen eines einheitlichen Gottwaltens in derNatur, besonders bei Indern, auch Griechen,d) Gedanken über Vergeltung im Jenseits: Seelenwanderung oder gött-liches Gericht. Vorbereitung im diesseitigen Leben durch gute Werke,.Weihen, Büßungen.
c) Verbreitung geläuterter sittlicher Vorstellungen und Gebote durchPropheten: Zarathustra, die israelitische Prophetie, Pythagoras, diegriechischen Tragiker, auch Mohammed.
Vgl. W. Bousset, Das Wesen der Religion, dargestellt an ihrer Geschichte..
Halle 1903.