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Lande weder als Pächter noch als Tagelöhner ihr Brotverdienen konnten, zogen in die Städte. Aber auch hierhielt es für sie schwer, ein redliches Auskommen zu fin-den. Fast alle Geschäfte waren wiederum in den Händenvon Sklavenhaltern, die sie im großen betrieben. DieHandwerker waren meist Sklaven, die auf Rechnungreicher Herren arbeiteten, der Kaufmann bemannte seineSchiffe mit Sklaven, kurz überall standen die Sklavenden Freien im Wege. So trieben sich denn die enterbtenrömischen Bauern auf den Straßen und Märkten derHauptstadt als ein müßiger Pöbel herum, der nur nochLuft und Sonnenschein sein eigen nannte, der seine Stimmein der Volksversammlung dem Meistbietenden verkaufteund stets nach unentgeltlichen Brotausteilungen undLustbarkeiten schrie. Das waren die „Herren der Welt“.
3. Tiberius Gracchus (+ 132 v. Chr.). ■— Wohlgab es in Rom einsichtige, vaterlandsliebende Männer,die erkannten, daß die Verderbnis des regierenden Adels,das Zusammenschwinden des Mittelstandes und die Miß-handlung der Untertanen früher oder später der Republikden Untergang bringen müßten. T iberius G r a c c h n s,ein junger Mann aus hochangesehener Familie — er warvon mütterlicher Seite ein Enkel des älteren Scipio —unternahm es, diese Übelstände an der Wurzel anzugrei-fen. Er ließ sich zum Volkstribunen wählen und schlugals solcher vor, ein altes, vergessenes Gesetz zu erneuern,daß niemand mehr als 500 Morgen Staatsland besitzendürfe. Die Vornehmen sollten gezwungen werden, allesStaatsland, das sie über dieses Maß hinaus innehatten,herauszugeben, und dann sollte es, in Bauerngüter vonmäßiger Größe zerteilt, an arme Bürger zu billigem Zinsverpachtet werden. So hoffte der hochherzige Mann Ita-lien seinen freien Bauernstand wiederzugeben. Das Volkjubelte seinem Antrag zu, und trotz des erbitterten Wider-standes der Vornehmen, die sich gewöhnt hatten, dasEigentum des Staates als das ihrige anzusehen, wurdeer zum Gesetz erhoben. Aber der Adel schwur dem