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Grunde wiederum rechtlose Sklaven gegenüber dem all-mächtigen Herrscher und seinen Günstlingen. Von Trajanabgesehen, war es seihst unter den besseren Kaisernlebensgefährlich, etwas über den Staat zu sagen. Un-zählige Späher und Horcher brachten über jeden, der eineunbedachte Äußerung wagte, Tod und Verderben. HieFolge davon war ein allgemeiner Knechtsinn und eine un-ersättliche Sucht nach Genuß, in welchem die Menschenfür die verlorene Freiheit Ersatz suchten. Die schönstenTugenden der alten Welt, der opfermutige Bürgersinn, dieheldenmütige Tapferkeit kamen immer mehr abhanden.
Die Bewohner des Reiches verweichlichten völlig und ver-wandelten sich in eine wehrlose Masse von Feiglingen.
Nur einige besonders rohe Provinzen, sowie die jenseitsder Grenzen wohnenden Barbaren lieferten noch tüch-tige Soldaten, und diese fühlten sich denn auch bei derFeigheit der übrigen als die Herren des Reiches.
7. Verfall des Reiches (3. und 4. J ahrh. n. Chr.).
— Gegen Ende des zweiten Jahrhunderts brach der Ver-fall mit furchtbarer Schnelligkeit über das scheinbar soblühende Römerreich herein. Die Soldaten maßten sichdas Recht an, nach ihrem Gefallen Kaiser zu erheben und 3. Jahrli.zu stürzen. Es kam vor, daß die Leibwächter in Rom denThron förmlich an den Meistbietenden versteigerten.
Elende Buben gelangten zur Kaiserwürde dadurch, daßsie den Soldaten schmeichelten und ihre Gunst durchgroße Versprechungen erkauften. Freilich war das ge-wöhnliche Schicksal dieser Soldatenkaiser, daß sie nachkurzer Herrlichkeit erschlagen und andere an ihre Stellegesetzt wurden. Kein Wunder, daß bei solchen Zuständendas Reich nicht mehr imstande war, seine Grenzen zuschützen, daß die Barbaren von allen Seiten Einfällemachten und um die Wette darin plünderten, mordetenund brannten. Oft gab es sogar mehrere Kaiser neben-einander, die sich gegenseitig in wildem Bürgerkriege zuvernichten suchten. So kämpften einmal sechs Bewerberum die Krone. Unter diesen befand sich Konstantin,