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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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2. Sieg des C li r i s t e n tu m s d u r c li K o n-s t a n t i n (312 n. Chr.). — Kaum der furchtbarsten Drang-sal entronnen, gelangte das Christentum zum Siege durchKaiser Konstantin. Aus kluger Berechnung erklärteer sich für die Christen, um mit ihrer Hilfe den Thron zugewinnen. Als er gegen den mächtigsten seiner Neben-buhler zog, ließ er die Schilde seiner Krieger mit demKreuz versehen und erfocht unter diesem Zeichen den

312n.Chr. Sieg. Darauf erließ er zu Mailand ein Gesetz, das voll-kommene Religionsfreiheit für alle, namentlich aber fürdie Christen verkündete. Konstantin begünstigte sie aufalle Weise, wenn er auch daneben das Heidentum unbe-helligt bestehen ließ. Seine neue Hauptstadt am Bosporusschmückte er mit prächtigen Kirchen. Die Geistlichkeiterhob er zu Macht und Reichtum, indem er ihr großeVorrechte verlieh, zu ihrem Unterhalt Güter gab und ihrgestattete, Vermächtnisse und Schenkungen anzunehmen.Infolge dieser Erlaubnis war sie nach 50 Jahren im Be-sitze des zehnten Teils alles Grundes und Bodens imReiche. Auf dem Todbette ließ er sich selber taufen.Fortan waren fast alle Kaiser Christen, und die Heidengerieten ihrerseits in Mißachtung und Bedrängnis.

388n.Chr. Schließlich erklärte Theodosius der Große jedeArt- von Götzendienst für ein todeswürdiges Verbrechen.Jetzt fingen die Christen an, die Heiden zu verfolgen.Priester und Mönche reizten die Menge zur Zerstörungder heidnischen Tempel auf, und die schönsten Bau- undBildwerke des Altertums sanken in Trümmer. So wirktedie Härte des Gesetzes, die rohe Gewalt und die Aussichtauf äußere Vorteile mit der inneren Überzeugung zu-sammen, um den ungeheuren Römerstaat in ein christ-liches Reich umzuwandeln.

k 3. Bischöfe und P a p s t. — Schon früh gab es in

jeder Christengemeinde Vorsteher, die Presbyter(Priester), d. i. Älteste, oder Bischöfe, d. i. Aufseher,genannt wurden. Mit der Zeit wurde das Kirchenamt einBeruf, auf den man sich eigens in Schulen vorbereitete,