ließen und über den .Rhein in Gallien einbracken. Mitihnen verbanden sich die T i g u rine r, ein Teil der kel-tischen Helvetier. Mehrere große römische Heere, diesich den räuberischen Scharen entgegenstellten, wurdenvöllig vernichtet. Niemand schien diesen blondhaarigenRiesen, die sich wie brüllende Löwen in den Kampf stürz-ten, widerstehen zu können. In Italien herrschte einfurchtbarer Schrecken. Da brachte die Feldherrnkunstdes Marius Rettung. Er stellte sich zuerst den Teutonenentgegen und rieb sie in einer gewaltigen Schlacht beiAquä Sextiä (Aix, in der Nähe von Marseille) voll- 102 v. Chr.ständig auf. Dann eilte er gegen die Cimbern, die in-zwischen über die Alpen in Oberitalien eingebrochenwaren, und bereitete ihnen ein gleiches Schicksal beiVercellä (Vercelli, westlich von Mailand). 120,000 Cim- 101 v.Chr.bern wurden erschlagen, 60,000 gefangen; ihre Weiber, dievon der Wagenburg aus die Kämpfenden angefeuert hat-ten, töteten sich samt ihren Kindern, um nicht in Skla-verei zu geraten. Hie ganze ungeheure Menschenlawine,die Gallien und Italien mit Tod und Verwüstung bedrohthatte, war verschwunden; nur die Tiguriner, die auf denVorbergen der Alpen zurückgeblieben waren, um den Cim-bern später zu folgen, kamen unversehrt nach Hause.
4. Armins Sieg im T eu t o b ur ge r w a 1 de (9 n.
Chr.). — Unter Augustus hatte es sogar den Anschein, alsob die Germanen das Schicksal ihrer Nachbarn, der Gal-lier, teilen müßten. Ihrer räuberischen Einfälle satt, be-schloß der Kaiser ihre Unterwerfung. Hie römischenHeere drangen bis zur Elbe vor, und Germanien wurdein eine römische Provinz verwandelt. Zum Statthalterbestellte Augustus einen vornehmen Römer, den Qui n-t i I i u s Varus. Dieser drückte die Germanen mitschweren Abgaben und zwang sie, vor seinem Richter-stuhl zu erscheinen. Da wurde über ihre Ehre, ihr Lebenund Eigentum in fremder Sprache abgeurteilt, ohne daßsie ein Wort davon verstanden. Dann ließ der Statthalterseine Sprüche an ihnen durch seine Gerichtsdiener mit