180
menschlicher als die Römer hei solchen Gelegenheiten,die Brandfackel in sie /ai werfen und sie zu zerstören.Als er hierauf nach Unteritalien zog, um nach Sizilienund Afrika überzusetzen, ereilte ihn plötzlich der Tod.Voll Trauer bereiteten die Westgoten ihrem Helden eineGrabstätte, indem sie den Fluß Busento hei der Stadt Co-senza ableiteten und in seinem leeren Bette durch gefan-gene Römer eine tiefe Grube auswerfen ließen. In dieseGrube versenkten sie den Toten mit vielen Schätzen;dann ließen sie die Fluten wieder in ihr altes Bette rau-schen und töteten die Gefangenen, damit keiner die Stätteverrate. Hierauf zogen sie wieder nordwärts nach G a 1-1 i e n, und zuletzt bequemte sich Honorius dazu, ihnenden Süden dieses Landes in einem Vertrage förmlich ab-zutreten. So entstand auf ehemaligem Römerboden einWestgotenreich, das sich bald auch über Spanienausdehnte.
7 . Attila. Die Hunnens c h 1 a c h t ( 45.1 n. dir.).—Gleich den Westgoten brachen auch andere deutscheStämme ins Reich der Römer ein, ohne daß diese mehrvermocht hätten, es ihnen zu wehren. Das wilde Volkder Vandalen überschritt den Rhein, plünderte jahre-lang in Gallien und Spanien und ließ sich schließlich inNordafrika nieder. Die Burgunder setzten sich imGebiet der Rhone fest, die Ala in a n n e n in der Schweizund im Elsaß, die Für a ulten am Niederrhein und imnördlichen Gallien, /llaubscharen aus dem Land derum 450 Sachsen und Angeln (im heutigen Sehleswig-Hol-n.Chr. s ^ e i n ) landeten an den Küsten Britanniens und begannenvon dort aus die Eroberung der rnsel, die von ihnen denneuen Namen England (Angelland) erhielt/Aber wäh-rend die Deutschen den Römern Stück um Stück ihresReiches entrissen, drohten sie samt diesem eine Beuteder schrecklichen II u n n e n zu werden.^Diese hatteninzwischen unter ihrem Könige Attila (Etzel), einemgewaltigen Krieger, alle Völker von den Grenzen Asiensbis zum Rheine geknechtet. Im heutigen Ungarn hielt