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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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der furchtbare Eroberer Hof in einer hölzernen Stadt.

Klein und häßlich, wie alle Hunnen, verriet Attila seinSelbstbewußtsein durch seinen stolzen (lang- und den un-beweglichen Ernst seiner Züge. Inmitten der unermeß-lichen Schätze, die er durch Raub angehäuft, bewahrteer für seine Person die größte Einfachheit. Während anseiner Tafel die Gäste aus goldenen Bechern tranken undvon silbernen Tellern ausgesuchte, von römischen Köchenzubereitete Gerichte aßen, war sein Trinkgefäß von Holzund seine einzige Speise Fleisch, das er sich auf einemhölzernen Teller vorsetzen ließ. ''Aber ein unersättlicherEhrgeiz beseelte ihn; die ganze Welt sollte ihm untertanwerden. Die Kaiser in Rom und Konstantinopel suchtendie Wut der „Gottesgeißel“, wie die Völker den Attila /onannten, durch Geschenke von sich abzuwenden, aber ver-geblich. Mit einem ungeheuren Heere rückte er die Donauaufwärts und brach über den Rhein in Gallien ein, allesweit und breit verheerend. Da gelang es A e t i u s, demletzten großen Feldherrn Roms, die deutschen Stämme inGallien, die Westgoten, Franken und Burgunder, zu ge-meinsamem Kampfe mit den Römern gegen die asiatischenHorden zu vereinigen. In der Nähe der Stadt Troyes an 451 n. C'lirder oberen Seine kam es zur Schlacht. Fast alle VölkerEuropas stritten hier widereinander. Bis in die Nachttobte der grimmige Kampf; dann zogen sich beide Heerenach schrecklichen Verlusten in ihre Wagenburg zurück.

Kein Teil wußte, wer eigentlich gesiegt habe. Am fol-genden Morgen waren Römer und Germanen bereit, dieBlutarbeit zu erneuern. Auch Attila ließ die Trompetenblasen, aber er wagte nicht, aus seinem Lager herauszu-kommen, und erklärte sich damit selbst für geschlagen.

Die Sieger ließen ihn ungestört mit den Überbleibselnseines Heeres nach Ungarn abziehen. Schon das nächsteJahr erschien er mit neuen Truppenmassen in Italienund verwüstete das Land in entsetzlicher Weise. Damalswurde von Flüchtlingen auf den Inseln an der Küste desAdriatischen Meeres der Grund zu der nachmals so be-