rühmten Stadt Venedig gelegt. Schon drohte AttilaRom mit der Zerstörung; da entschloß er sich mit einemMale zur Umkehr und starb bald darauf eines plötzlichenTodes. Mit seinem Tode zerfiel sein Reich so schnell, alses entstanden war, die unterjochten Völker machten sichfrei, und die Hunnen verschwanden sozusagen spurlosunter den Nomadenstämmen Osteuropas.
8. Odovakar König von Italien (476 n. dir.).— Zwei Jahrzehnte später brach auch das weströmischeReich, das freilich außer Italien wenig mehr umfaßte,rühmlos zusammen. I)a die Kinwohner desselben zumKriege immer untüchtiger wurden, waren die Kaiser ge-nötigt, ihre Heere aus Barbaren zu bilden, namentlichaus Germanen, die scharenweise über die Alpen kamen,um in römischen Diensten Khre, Sold und Beute zu ge-winnen. Lange war das so gegangen; ohne Bedenkenhatten diese deutschen Söldner für das Reich, das sie be-zahlte, gegen ihre eigenen Landsleute gekämpft. Als siejedoch sahen, wie ihre Stammverwandten die römischenProvinzen an sich rissen, wie morsch und faul in diesemReiche alles war, da reifte auch unter ihnen der Gedanke,sich zu Herren des Landes, das sie schützen sollten, zumachen. Sie riefen einen der Ihrigen, Namens O d o-v a k a r, der in der kaiserlichen Leibwache diente, zumKönig aus. Dieser stieß, wie schon oben erzählt wurde,
47fin.l'hr. den Kaiser Romulus Augustul u s, einen Knaben,vom Throne, ohne ihm weiter ein Leides anzutun, undnahm die Regierung in seine Hand. So batte auch Italienseinen deutschen König, und es gab keinen weströmischenKaiser mehr.
9, Die 0 s t g o t o n und L a. n g o b a r d e n. — Odo-vakars Herrschaft war übrigens nicht von langer Dauer.Nach einiger Zeit kamen die Ostgoten unter ihremKönig Theoderich nach Italien gezogen nnd bemäch-tigten sich der Halbinsel. Theoderich regierte mit solchernm 300 Kraft und Weisheit, daß er als Dietrich von Bernn. t hr. (Verona) der Liebling der deutschen Heldensage geworden