ist. Aber auch das Ostgotenreich hatte keinen längerenBestand. Nach Theoderichs Tod erlag es den Angriffender Oströmer, die das Stammland ihres Reiches zurück-zugewinnen suchten. Doch erschien bald ein neues deut-sches Volk in Italien, die Langobarden, und eroberte 568n.Chr.den größten Teil der Halbinsel, deren nördliches Stückvon ihm den Namen Lombardei empfangen hat. Da-mit kam die Völkerwanderung endlich zur Ruhe.
10. Die romanischen Nationen. — So hattendie Deutschen das einst so mächtige, weltbeherrschendeRömerreich zertrümmert; die Länder, die in ihm ver-einigt gewesen, gingen fortan ihre eigenen Wege. An dieStelle des einen großen Kaiserreiches waren im Abend-lande eine Reihe kleinerer Staaten getreten, in denen ger-manische Könige und Völker herrschten. Doch nahmendie Sieger das Christentum von den Besiegten an undbehandelten diese verhältnismäßig milde. Sie ließen denalten Einwohnern einen Teil des Bodens und verschmol-zen sich mit ihnen allmählich zu neuen Nationen. Da,wo die römischen Bewohner die Mehrzahl bildeten, bliebihre Sprache die herrschende. Die unter ihnen ange-siedelten Deutschen vergaßen ihre Muttersprache undwurden selber zu „Romanen“. So ging es den Lango-barden in Italien, den Burgundern und Franken in Gal-lien, den Westgoten in Spanien. Freilich hat sich dielateinische Volkssprache im Lauf der Zeit stark verändertund in jedem Lande in besonderer Weise, so daß darauseine Reihe von Tochtersprachen entstanden sind, wie dasItalienische, Französische, Spanische, Por-tugiesische etc., nach welchen wir jetzt die romani-schen Nationen unterscheiden.
§ 24. Die Merowinger in Frankreich.
L Chlodwig stiftet das fränkische Reich(um 50() u. Chr.). — Von den Staaten, welche die Deut-schen auf Römerhoden stifteten, gelangte einer zu solcher