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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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reich den größten Teil von Deutschland in ihre Gewalt.Aber es war ein verruchtes Geschlecht, in welchem dieärgsten Freveltaten alltägliche Dinge wurden. Aus derSitte, daß die Söhne eines verstorbenen Königs das Reichw r ie ein Privatgut unter sich teilten, entsprangen unauf-hörliche Bruderkriege, die eine Zeit entsetzlicher Roheitund Verwilderung herbeiführten. Was die Stürme derVölkerwanderung von der alten Bildung noch übrig ge-lassen hatten, drohte jetzt unterzugehen. Zuletzt ver-sanken die Merowingischen Könige in gänzliche Unfähig-keit. Statt ihrer regierten ihre obersten Hofbeamten, diesogenannten Hausmeier. Zum Glück fiel dies Amtin kraftvolle Hände. Es gelang einer fränkischen Adels-familie, die aus der Umgegend von Aachen stammte undnach ihren berühmtesten Sprossen die Karolinger ge-nannt wird, es dauernd an sich zu bringen. Die karolin-gischen Jlausmeier waren hochbegabte Männer, die daszerrüttete Frankenreich vor dem Untergang retteten. Dasgrößte Verdienst unter ihnen erwarb sich K a r 1, der vonseiner Tapferkeit den Beinamen M a r t e 11, d. i. der Ham-mer, erhielt und Europa vor dem Schicksal bewahrte,mohammedanisch zu werden.

§ 25. Mohammed.

1. Mo h a m meds Flucht (622 n. Chr.). — In derHalbinsel Arabien, deren Bewohner bis dahin wenigvon sich hatten reden machen, war eine neue Religionentstanden, die sich mit erstaunlicher Schnelligkeit aus-breitete und dem Christentum die Menschheit streitig zumachen drohte. Ihr Stifter war M o h a m in e d, ein Kauf-mann, der um 61)0 n. Ohr. in der Stadt M e k k a lebte. Einstattlicher Mann mit feurigem Blick, von schwärmeri-schem Geiste und hinreißender Beredsamkeit, hatte er,der irdischen Sorgen enthoben, begonnen, über göttlicheDinge nachzudenken. Er fand Gefallen an dem einen Gottder Juden und der Christen, deren Religionen in Arabien