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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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Pippin. Ihm folgte sein Sohn K a r 1, der in (1er Geschichte ASSden Beinamen des Großen erhalten hat. Als unbesieg-liclier Kriegsheld, wie als weiser Gesetzgeber und Ordnerdes Reiches ist Karl der Große in den Herzen der Völkerlebendig geblieben, wie kein anderer Herrscher des Mittel-alters. Nach allen Seiten vergrößerte er sein Reich. Sobezwang er in langwierigen Kämpfen den großen, tapfernStamm der Sachse n,*) die im nördlichen Deutschlandnoch ganz in altgermanischer Wildheit, ohne Städte, ohneKönig, als freiheitsstolze, stets zu Raub und Krieg ge-neigte Heiden lebten. Nach dreißigjährigem Widerstandemußten sie ihren Nacken unter das fränkische Jochbeugen und zugleich das Christentum annehmen. Nichtohne blutige Strenge wurde die Bekehrung durchgeführt,aber Norddeutschland war damit friedlicher Gesittunggewonnen. Einen zweiten Krieg führte Karl gegen dieLangobarden in Italien, die den Papst nicht in Ruhelassen wollten. Er besiegte sie, sperrte ihren König inein Kloster und setzte sich selber die langobardische Kroneaufs Haupt. Auch gegen die Araberin Spanien kämpfteer und drang bis an den Ebro vor. Freilich, als er überdie Pyrenäen zurückkehrte, da überfielen die Gebirgs-bewohner in dem engen Tal von Roncevaux seineNachhut und erschlugen ihm manchen tapferen Krieger,darunter den Grafen Roland, der nachmals der Held sovieler Sagen geworden ist. Doch sicherte Karl in spätemZügen seine Eroberungen in Spanien. Er unterwarf auchdie Bayern wieder, die von der fränkischen Herrschaftabgefallen waren, sowie andere Völker, so daß sein Reichzuletzt ganz Mitteleuropa vom Ebro bis zur Oder und vonden Abruzzen bis zur Eider umfaßte.

3. Karls Kaiserkrönung (800 n. Clir.). ■— Wal-es da zu verwundern, daß Karl der Große sich und andern

*) Man darf die Sachsen des Mittelalters nicht mit den Bewohnerndes heutigem Königreichs Sachsen verwechseln. Die alten Sachsen, derenSitze in der Nähe des Niederrheins begannen und bis über die Elbehinausreichten, sind die Stammväter der Norddeutschen überhaupt.