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Reiche an die Stelle der altdeutschen Landsgemeinde ge-treten war. Jedes Frühjahr kam dieselbe zusammen. DieGroßen des Reiches, die Bischöfe, Grafen oder wer sonstdurch Ansehen oder Reichtum hervorragte, nahmen daranteil, ferner die zum Krieg aufgebotene Mannschaft unddas Volk aus der Umgegend, wo sie gerade stattfand. Dahielt der Kaiser mit den geistlichen und weltlichenGroßen Rat, und was er mit diesen ausgemacht hatte,wurde dann der ganzen Versammlung verkündet.
5. Karls Fürsorge für Volkswohlf alirtund Volksbildung. — Am schönsten tritt der hoheSinn Karls aus seinen Bemühungen um die Hebung derWohlfahrt seiner Völker zutage. Fr ließ Wildnisse urbarmachen und förderte den Landbau durch sein eigenes Bei-spiel. Noch lebten nämlich die Könige weniger vonSteuern, als vom Ertrag zahlreicher Ländereien, die ihnenals Eigentum zugeschieden waren. Der Kaiser war zu-gleich der größte Landwirt im Reiche. Wie Karl inHemden einherging, deren Leinwand seine Töchter selbstgesponnen und gewoben hatten, so sah er persönlich aufseinen Gütern nach, gab den Verwaltern der einzelnenHöfe treffliche Vorschriften über Vieh-, Geflügel- undBienenzucht, über Feld-, Wein- und Obstbau und ließ sichjedes Jahr zu Weihnachten genaue Rechenschaft überihre Vorräte bis auf die Zahl der Eier und Speckseitenhinunter ablegen. Auch den Gewerben wandte er seineAufmerksamkeit zu und lehrte, wie sie von den Hörigenauf seinen Gütern nutzbar zu betreiben seien. Dem Handeleröffnete er neue Straßen und Brücken und machte sogareinen Versuch, Rhein und Donau durch einen Kanal zuverbinden, der freilich am Ungeschick seiner Baumeisterscheiterte. Der Kunst, die seit der Völkerwanderung wieerstorben war, hauchte er neues Leben ein, indem er seineverschiedenen Residenzen mit schönen Palästen (Pfalzen)und Kirchen schmückte, namentlich Aachen, wo ersich der warmen Bäder Avegen um liebsten aufhielt. Da-bei mußte er freilich Säulen und dergleichen aus Italien