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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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beschicken, weil die Franken nicht im stände waren, sol-chen Schmuck zu verfertigen. In ähnlicher Weise ließ er,um den Kirchengesang der Franken, der eher dem Rum-peln eines Lastwagens glich, zu verbessern, Sänger und j.

Orgelspieler aus Italien kommen. Überhaupt war er nachKräften bestrebt, unter seinen Völkern Bildung zu ver-breiten und ein höheres geistiges Leben zu erwecken. Woer einen ausgezeichneten Gelehrten fand, rief er ihn zusich, so den Engländer A 1 k u i n, der des Kaisers Söhneund Töchter, wie ihn selbst unterrichtete und lang derSchule Vorstand, die Karl an seinem Hof gegründet hatte,um tüchtige Männer für Staat und Kirche heranzubilden.

Aber dem Kaiser schwebte ein Gedanke vor, den erst dieNeuzeit verwirklicht hat, derjenige der allgemeinenVolksbildung. Er befahl, an allen Klöstern undBischofssitzen Schulen einzurichten, und gebot, daß jeder-mann seinen Sohn zum Unterricht sende. Wenn es Karlauch nicht möglich war, seine Absicht durchzuführen, sowurden doch auf seinen Antrieb hin eine Menge Schulenerrichtet, selbst in Dörfern, und die Bischöfe schriebenden Pfarrern vor, die Kinder in ihren Gemeinden unent-geltlich zu unterrichten. Der Kaiser hielt es — so gingwenigstens später die Erzählung im Volke — nicht unterseiner Würde, selber Schulprüfungen vorzunehmen. Alssich einmal herausstellte, daß die Knaben von geringerHerkunft fleißig gearbeitet hätten, während die Vor-nehmen träge gewesen waren, hieß er jene zu seinerRechten treten, lobte sie und verhieß ihnen eine ehren-volle Zukunft. Darauf wandte er sich an die Faulen zuseiner Linken und stieß mit heftigem Unwillen die Worteaus: „Ihr Hochgebornen, ihr zierlichen und hübschenHerrchen, die ihr euch verlaßt auf eure Abkunft undeuern Reichtum! Beim Herrn des Himmels! Ich gebe nichtviel auf euren Adel und euer hübsches Aussehen! Seiddessen versichert: Wenn ihr nicht eiligst eure Nach-lässigkeit mit aller Anstrengung wieder gut macht, sohalb ihr von Karl nichts Gutes zu erwarten!“ — Damals

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