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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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unter freiem Himmel versammelt, erhoben sie einen vor-nehmen Franken, Konrad II., auf den Thron. Der neue 1024König,*) ein energischer Mann, hielt mit eiserner Handim Reiche Ordnung. „An Konrads Sattel hängen die BügelKarls des Großen“, wurde ein Sprichwort. Er erweitertedas Reich um ein großes und schönes Gebiet, indem erdas Königreich Burgund im Rhonetal mit Städten, 1033Avie Genf, Lyon und Marseille, halb durch Erbschaft, halbdurch Eroberung an sich brachte. Den Gipfel der Machterstieg das römisch-deutsche Kaisertum unter Konrads II.

Sohn und Nachfolger, Heinrich III., einem ausgezeich-neten Herrscher, der im Begriffe stand, es zu einer Avirlc-liclien Weltherrschaft zu erheben. Die Fürsten von Un-garn und Polen anerkannten in ihm ihren Oberherrn.

Und als sich in Rom drei Päpste in Avildem Parteikampfum die Gewalt stritten, da schritt der Kaiser unter demBeifall der ganzen Christenheit gegen sie ein. Durch eineKirchenversammlung ließ er alle drei entsetzen, einen 1040Avackern deutschen Bischof an ihre Stelle wählen undsich zugleich A T on den Römern das Recht übertragen,künftig selber den Papst zu ernennen. Infolgedessen er-hob Kaiser Heinrich noch dreimal deutsche Bischöfe aufden römischen Stuhl. So schien der Papst völlig vomKaiser abhängig und dieser Herr der Kirche Avie desStaates zu sein. Aber mitten in diesem Glanze raffte eineKrankheit den geAvaltigen Herrscher hinweg, ehe er das 1050ßl). Altersjahr erreicht hatte.

§ 28. Kampf zwischen Kaiser uml Papst.

1. Heinrichs IV. Jugend. — Wie in einer Erb-monarchie ging die Krone auf Heinrichs III. gleich-namigen Sohn, Heinrich IV. über, obgleich dieser erstsechs Jahre alt Avar. Für ihn übernahm zunächst dieMutter die Leitung des Reiches. Aber es dauerte nicht

*1 Den Kaisertitel führte der deutsche König im Mittelalter erst,nachdem er in Rom vom Papste gekrönt worden war.