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jenigen, die noch zu ihm halten würden, wurden mit demBanne bedroht und die deutschen Fürsten aufgefordert,den Thron neu zu besetzen. Allenthalben ließ der Papstdurch Mönche das Kreuz gegen Friedrich predigen, wiegegen die Mohammedaner. Ganze Städte und Landschaf-ten, die noch zum Kaiser hielten, wurden mit dem Inter-dikt, d. h. dem auf ganze Gebiete ausgedehnten Kirchen-bann, belegt. La wurden die Kirchen geschlossen und dieGlocken lxeruntergenommen; den Kleinen w'urde keineTaufe und den Toten kein kirchliches Begräbnis mehr zu-teil. Das ganze Reich spaltete sich in Kaiserliche undPäpstliche, ein wilder Bürgerkrieg durchtobte Deutsch-land und Italien. Denn auch Friedrich II. war ein zäherGegner, der dem Papst in gleicher Münze heimzahlte.Kein Schicksalsschlag vermochte ihn danieder zu beugen.Unbesiegt, doch auch nicht Sieger, wrurde er mitten im
1250 Kampfe vom Tode überrascht.
7. Konradin (t 1268). —- Mit dem Hinschied desgewaltigen Kaisers brach aber die Macht der Hohen-staufen jählings zusammen. Selbst ihr Erbland, dasKönigreich Neapel, eroberte ein französischer Prinz,Karl von Anjou, dem es der Papst als herrenlosesGut geschenkt hatte. Da eilte der jugendliche Kon-radin, der Enkel Friedrichs II., der in Deutschland auf-erzogen worden war, über die Alpen, um sein väterlichesErbe dem Räuber zu entreißen. Aber auch er wurde ge-schlagen und gefangen, und auf Befehl des herzlosenSiegers fiel das Haupt des sechzehnjährigen Jünglings zu
120« Neapel, wie das eines Verbrechers, unter dem Henkerbeil.Das war das Ende des stolzen staufischen Kaiser-geschlechtes.
8. Das Interregnum (1250—1273). Inzwischenwar für Deutschland eine trostlose Zeit angebrochen.Nach Friedrichs II. Tod verhandelten die deutschen Für-sten die Krone an auswärtige Monarchen oder Prinzen,die nie oder nur selten nach Deutschland kamen und garnicht regierten, so daß man diese Zeit die königslose oder