die grause Tat erledigten Thron gaben die Kurfürstennicht einem von Albreclits Söhnen, sondern abermalseinem Grafen, Heinrich VT 1. von Luxemburg.Diesem gelang es, Böhmen für sein Haus zu gewinnen,indem er seinen Sohn mit Ottokars Enkelin verheiratete.Dann zog er wieder einmal über die Alpen, was seit denStaufen kein deutscher König mehr getan, und ließ sichin Mailand zum König von Italien, in Rom zum Kaiserkrönen. Kaiser Heinrich VII. war ein tapferer, hoch-strebender Herrscher und trachtete danach, die kaiser-lichen Rechte jenseits der Alpen wieder zur Geltung zubringen. Aber nach wenig Jahren ereilte ihn über diesem
1313 vergeblichen Bemühen der Tod.
4. Ludwig der Bayer und Friedrich derSchöne. — Über der Wahl seines Nachfolgers brachunter den Kurfürsten ein Streit aus, der damit endete,
1314 daß die Mehrheit den Herzog Ludwig von Bayern,die Minderheit aber den ältesten Sohn Albrechts, Fried-rich den Schönen von Österreich, zum Königewählte. So hatte das Reich zwei Herrscher, und in lang-wierigem Bürgerkrieg suchte einer den andern zu ver-drängen. Dank der Macht des österreichischen Hausesschien Friedrich anfänglich im Vorteil; dennoch gewannLudwig der Bayer schließlich die Oberhand. Einen erstenSieg erstritten für ihn die kräftigen Hirten der Wald-stätte, indem sie 1315 dem Bruder Friedrichs des Schönen,
1315 Herzog Leopold, am Morgarten eine schwereNiederlage beibrachten. Sieben Jahre später glückte es
1322 Ludwig, seinen Gegner Friedrich den Schönen selber ge-fangen zu nehmen. Aber noch immer setzten dessen An-hänger den Kampf fort, und der Papst, dem die Zwie-tracht unter den Deutschen willkommen war, sprach denBann gegen Ludwig aus. Da schenkte dieser dem gefan-genen Habsburger die Freiheit unter der Bedingung, daßer der Krone entsage und, wenn er seine Anhänger nichtzum Frieden bringe, in die Gefangenschaft zurückkehre.Umsonst bemühte sich Friedrich der Schöne, seinen