Bruder, deu trotzigen Leopold, zur Unterwerfung unterden Bayer zu bringen. Da stellte sieh der ritterliche Mann,obgleich ihn der Papst zum Wortbruch zu verleiten suchte,wieder als Gefangener. Ludwig aber hielt ihn als einenFreund und teilte die Regierung mit ihm. Nach Fried-richs Tode blieb der Bayer Alleinherrscher und wußtesich trotz der päpstlichen Bannflüche bis an sein Lebens-ende zu behaupten.
5. Die luxemburgischen Kaiser (1347—1437).Die Habsburger. — Ludwig des Bayers Nachfolger,Karl IV., war wieder ein Luxemburger, der Enkel Hein-richs VII.; doch kümmerte er sich weit mehr um seinErbland, das Königreich Böhmen, als um das Reich. Ihmfolgten seine beiden Söhne, zuerst der faule Wenzel,ein kläglicher Fürst, gegen den mehrere Gegenkönige auf-gestellt wurden, und hernach Sigmun d, mit welchemdas luxemburgisch-böhmische Haus 1437 ausstarb. Jetztwanderte die Kaiserkrone wieder an die Habsburger,unter denen Friedrich III. (1440—1493) und sein SohnMaximilian (1493—1519) zu erwähnen sind. Fortanblieb die Kaiserkrone beim österreichischen Herrscher-hause fast ununterbrochen bis ans Ende „des heiligen rö-mischen Reiches deutscher Nation“. Freilich war siewenig mehr als eine bloße Zierde. Die habsburgischenKaiser zogen ihre Kraft nicht sowohl aus dem Reich, alsvielmehr aus ihren Erblanden, die sie durch Heiraten undandere Mittel geschickt zu vermehren Avußten.
6. Die Städtebünde — Wenn bei der Schwächedes Reichsoberhauptes das Faustrecht in Deutschlandnicht völlig zur Regel wurde und dieses trotzdem in man-cher Beziehung fröhlich gedieh, so verdankte es dies vor-nehmlich seinen Städten. Wie im übrigen Europa, sowaren auch in Deutschland die befestigten Orte mächtigemporgeblüht. Da die Städte mit ihren Mauern das Vor-recht, Wochen- und Jahrmärkte abzuhalten, empfingenund größere Sicherheit gewährten, als die offenen Dörfer,so zogen Handel und Gewerbefleiß vorzugsweise dorthin.
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