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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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gen bewegen, dieselbe preiszugeben. Diese Weigerung, imVerein damit, daß damals Graubiinden sich an die 149SEidgenossenschaft anschloß, um den Fangarmen Öster-reichs zu entgehen, gab Anlaß zu dem sogenanntenSchwabe n krieg, in welchem die Schweizer ihre 1-199kriegerische Überlegenheit über die deutschen Ritter undSöldner aufs neue glänzend bewiesen. In einer Reihe vonGefechten und Schlachten siegten sie über die an Zahlmeist überlegenen Heere Maximilians, und dieser mußtemit ihnen zu Basel einen Frieden schließen, in welchem 1199er tatsächlich ihre Unabhängigkeit vom Reiche aner-kannte.

32. Wiklif und Hus. Die Konzilien zu Konstanzund Basel.

1. Spaltung und Entartung der Kirche.Nach dem Fall der Hohenstaufen hatte es eine Zeitlangden Anschein gehabt, als ob aus Europa ein päpstlichesWeltreich werden sollte.Wie der Mond sein Licht vonder Sonne empfängt, so erhalten Kaiser, Könige und Für-sten ihre Würde nur durch den Papst, den StatthalterGottes auf Erden. Also ist die Macht des Papstes überalles; er ist der wahre Kaiser, alle Fürsten haben ihmdie Füße zu küssen. Kein Name in der Welt ist dem seinenan die Seite zu stellen. Ihm ist erlaubt, Kaiser und Kö-nige abzusetzen. Der Papst kann nicht irren; Ungehor-sam gegen ihn ist Frevel gegen Gott. Er richtet über allesund kann von niemandem gerichtet werden. Das wareardie Grundsätze, nach denen die Päpste seit Gregor VII.handelten. Unaufhörlich mischten sie sich in die Re-gierung aller Staaten, mochten auch daraus endlose Zwie-tracht und Zerrüttung, Bürgerkrieg und unsägliches Elendentstehen, wie das Beispiel Deutschlands zeigt. Aber dieVölker wurden allmählich dieser römischen Bevormun-dung satt, und die Macht des Papsttums begann zu sinken.Im Anfang des 14. Jahrhunderts ließen sich die Päpste