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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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189
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wandern oder dann ihre Religion abzuschwören. Rineigenes Inquisitionsgericht sollte diejenigen auf-spiiren, die etwa sieh öffentlich zum Christentum bekann-ten, heimlich aber ihrem alten Glauben lebten, und siedem Feuertode überliefern. Im übrigen erwarben sichFerdinand und Isabella große Verdienste um das Land,indem sie der Fehdelust des Adels unnachsichtlich einEnde machten. Wie Spanien unter ihnen zur Herrineines Weltreichs wurde, wird später erzählt werden.

§ 35. Anzeichen einer neuen Zeit.

1. Umwälzung im Kriegswesen. — Wie vieleswar in den letzten Zeiten des Mittelalters anders gewor-den! Im Abendlande war das Ansehen des Kaisers undPapstes, die beide um die Weltherrschaft gerungen hatten,tief gesunken; dafür herrschten in Frankreich, Englandund Spanien mächtige Könige. Tm Osten war das grie-chische Kaiserreich ganz verschwunden und hatte demReich des türkischen Sultans Platz gemacht, der zugleichan die Stelle der arabischen Chalifen getreten war. Auchim Innern der Staaten waren große Veränderungen vor sichgegangen. Die Zeiten, da der gepanzerte Ritter im KriegedenAusschag gab, waren vorbei. Die Siege der Schweizerüber die österreichischen und der Engländer über diefranzösischen Ritter hatten das Fußvolk im Kriege wiederzu Ehren gebracht, und das Aufkommen der Feuerwaffenvollendete die Umwälzung im Heerwesen. Das Schieß-pulver, allem Anschein nach eine Erfindung der Chi-nesen, war schon im 13. Jahrhundert im Abendland be-kannt geworden, fand aber erst im 14. allmählich Ver-wendung im Krieg, und zwar zuerst hei den Arabern in 132Spanien, die sieh schon 1325 de? - „Donnerbüchsen“ zurBelagerung von Städten bedienten. Von Spanien aus ver-breitete sich die Kenntnis der Feuerwaffen rasch nachItalien, Frankreich und den übrigen Ländern Europas.Anfänglich war ihre Wirkung gering, und Spieß und