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410 Fünftes Buch: Bon der Februarrevolution bis zum Jahre 1863. 8
organisation gestört sehen. Sie beschloß daher, die Militäraushebung^die nach mehrjähriger Unterbrechung sür das Jahr 1863 wieder angeorowar, als Mittel zur Unterdrückung der Bewegungen zu benutzen, inosie dieselbe hauptsächlich über die Städte verhängte, die Landbevölkeru 9dagegen schonte. .
Ausbruch des Die Kunde von diesem Vorhaben versetzte Warschau in die größte ErregU'^
trat die Aushebung ins Leben, so schwebte die ganze städtische Jugend mständiger Gefahr. Der Magistrat ersuchte daher den Großfürsten um Abrvendder Maßregel. Umsonst. Die Regierung bestand auf ihrem Plan; und zsollten in der Nacht des 14. Januar in Warschau alle jungen Leute, die ^Verdacht standen, der Bewegung Vorschub zu leisten, oder beschäftigungslosder Stadt verweilten, ergriffen und ins Militär eingereiht werden. Diese str"Maßregel wurde ausgeführt. Der Schrecken, der sich infolgedessen über das 9^Land verbreitete, vermehrte die Zahl der Flüchtigen. Nun hielten die Häuptstrevolutionären Partei den Zeitpunkt sür geeignet, zum offenen Widerstand u ^zugehen. Sie sammelten die flüchtigen Scharen und alle Teilnehmer ^patriotischen Verbrüderungen in Wäldern und organisierten, indem sie Mprovisorische Nationalregier ung aufstellten, einen Volkskrieg .9^9die Russen. Um die Landbevölkerung für die nationale Sache zu 9^";./erließ das „Zentralkomitee als provisorische Nationalregierung" eine Proklama ^worin den Bauern das erbliche Eigentumsrecht der von ihnen bisher desesi^
Ausstandes
1863
22. Jan.
Grundstücke samt Wirtschaftsgebäuden zugesichert wurde, ohne alle weiteren
Kindlichkeiten, als die davon entfallenden Steuern zu bezahlen und den Lan^dienst zu verrichten. Den bisherigen Eigentümern wurde eine Entschädigung ^ ,Nationalsonds vermittelst der Staatsschuld und den Hintersassen, Knechtest ^Tagelöhnern, sofern sie in die Reihen des Heeres eintraten, ein Grundbesitzmindestens drei Morgen aus den Nationalgütern in Aussicht gestellt. h
So war denn abermals die Losung zum Kampf zwischen PolenRussen gegeben, der rasch die Aufmerksamkeit der europäischen Völker "sich zog. In England und Frankreich lebten die alten Gefühle fürPolen mit solcher Stärke Auf, daß auch die Regierungen nicht uMkonnten, sich sür Polen zu verwenden, insbesondere da die beiden ands.,Teilungsmächte, sür ihre eigenen polnischen Länder besorgt, kriegeEVorkehrungen in den Grenzgebieten trafen, und Preußen sich anWü '8. Febr. 186S mit Rußland gemeinsame Sache zu machen. Zwischen diesen bei .Mächten wurde eine Konvention abgeschlossen, wonach die russischenPreußischen Truppen sich zur Bekämpfung der polnischen Rebellen Hleisten und nötigenfalls zur Versolgang von Banden, die aus dem eigr «Lande in das andere überträten, die Grenze überschreiten dürsten. VisMhielt es für die vornehmste Pflicht eines wahrhaft preußischen Sta^Mannes, die Errichtung eines Polenreiches im Osten des preußischen Slaazu verhindern. Er führte diese Politik auch gegen die leidenschaft"^Angriffe der polenfreundlichen Mehrheit des preußischen AbgeordneHauses durch, der er die Worte zurief: „Die Neigung, sich für frr §Nationen und nationale Bestrebungen zu begeistern, auch dann, *vdieselben nur auf Kosten des eigenen Vaterlandes verwirklicht tv.es .können, ist eine politische Krankheitssorm, deren geographische Verbrennsich auf Deutschland leider beschränkt." Napoleon machte nun, 9 >n ,von der öffentlichen Meinung , den vergeblichen Versuch, Preußen er 4^schüchtern und England und Österreich zu gemeinsamen Vorstellungen ^Berlin wegen der Konvention zu bewegen. Doch lehnte Österreich ^dem Vorgänge Englands diese Zumutung ab. So beschränkten flw