246 69. Fam. Arongewächse. 70. u. 71. Fam. Rohrkolben- u. Laichkrautgewächse.
d) Als „Anflugsstange“ dient den kleinen Gästen der keulenförmigeKolbenteil.
e) Die „Haarreuse“ erlaubt den Gefangenen wohl, das Gefängniskriechend zu verlassen. Da die Tierchen dem hellen Ausgange aber stets zu-fliegen (vgl. mit den Insekten, die in das brennende Licht fliegen oderdie heiße Lampe umflattern!), so bleibt ihnen der Rückweg so lange ge-sperrt, bis sie ihre Arbeit getan haben, d. h.: erst nachdem die Staubbeutelentleert und die Mücken (zum erstenmal oder von neuem) mit Blutenstaubbeladen sind, wird der Ausgang durch Verwelken der Haare frei.
3. Die Früchte sind saftige Beeren, die durch leuchtend scharlachroteFärbung die Waldvögel zum Verspeisen einladen (vgl. S. 64, 8).
Verwandte: An sumpfigen Stellen und an den Ufern stehender Gewässer wächst dasSchlangenkraut (Calla palustris), so genannt nach dem Wnrzelstocke, der wie eine Schlange
über den Boden dahinkriecht. DerBlutenkolben ist von einer reinweißen Blutenscheide umgeben. —Ganz ähnliche „Blüten“" hat dieprächtige Zimmerpflanze (Riehärdiaaethiöpica), die unter dem Namen„Calla“ allgemein bekannt istund in Afrika ihre Heimat hat. —Eine schilfähnliche Sumpfpflanzeist der Kalmus (Aeorus cälamus).Sein gewürzhafter Wurzelstock wirdvielfach als Heilmittel verwendet.
Zu den Arongewächsen zähltman auch die Wasserlinsen (Lem-na). Die winzigen Pflänzchen be-stehen aus einem blattartigen Stam-me, der durch eine oder mehreresenkrecht ins "Wasser reichendeWurzeln in wagerechter Lage ge-halten wird. Nur selten bringendie "Wasserlinsen unscheinbare Blüt-chen hervor. Dafür vermehren siesich aber stark durch seitlich her-vorwachsende Sprossen, die selbständig werden oder mit der Mutterpflanze im Zusammen-hänge bleiben, und zwar geschieht dies oft in einem solchen Maße, daß ganze Gewässerin kurzer Zeit wie mit einem grünen Teppich überzogen werden.
70. u. 71. Fam. Rohrkolben- und Laiehkrautgewäehse (Typhaceae
und Najadäceae).
1. Rohrkolbengewächse. Der Rohrkolben (Typha) ist ein Bewohnerder Sümpfe und Uferränder. Er wächst also dort, wo das Schilf anzntreffen ist. Da-her besitzt er gleichfalls eine besondere Einrichtung gegen die Wirkung des Windes,
Gemeine Wasserlinse (Lemna minor). DasPflänzchen links mit einer Blüte. (Etwa 5 malnat. Gr.)