Band 
III. Teil.
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Zur Geschichte der Ägypter.

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geleitet. Und sechs Monden fließt es hinein in den See und sechs Mondenheraus wieder in den Nil zurück. Und wenn es abläuft, wirft dieFischerei die sechs Monden jeden Tag ein Silbertalent ab für denköniglichen Schatz, wenn aber das Wasser in den See Hineintritt, nurzwanzig Minen.

4. Lebensgeschichte eines Offiziers aus der Zeit Thutmofis' I.

Die 18. Dynastie, der König Thutmosis I. angehört, ist die Glanzzeit des neuenReiches. Gewaltige Könige eroberten Nubien bis zum Sudan und Syrien bis nachMesopotamien. Viele Grabinschriften vornehmer Ägypter berichten von jenen Ereig-nissen. In der folgenden erzählt Ahmose, Oberst der Matrosen, der mitgeholfen hat,Ägypten von den Hyksos zu befreien, und dann seinen Königen auf den Kriegszügennach Nubien und Syrien gefolgt ist, seine Erlebnisse.

Oberst der Matrosen Ahmose, Sohn des Ebana, er sagt*): Ichrede zu euch, all ihr Leute, und lasse euch die Gunst, die mir erwiesenist, wissen: ich bin siebenmal angesichts des ganzen Landes mit demGoldes belohnt worden, dazu ebenso (mit) Sklaven und Sklavinnen;und bin mit sehr vielen Ackern beschenkt worden. Der Name einesStarken beruht in dem, was er geleistet hat, und soll in Ewigkeit nichtin diesem Lande zugrunde gehen^).

Ich verbrachte meine Entwicklung (durch die verschiedenen Lebens-alter) in der Stadt Elksb. Mein Vater war ein Offizier des seligenKönigs Seknen-rs namens Baba*), Sohn der Ro-ant. Ich begann dieOffizierslaufbahn an seiner Stelle in dem Kriegsschiff -Wildstier' zurZeit des seligen Königs Ahmose I., als ich ein Junge war und keineFrau hatte und noch in einer wollenen Decke schlief.

Als ich mir aber ein Haus gegründet hatte, wurde ich wegenmeiner Tüchtigkeit zu der nördlichen Flotte versetzt; da war ich sogar zuFuß im Gefolge des Herrschers, wenn er auf seinem Wagen ausfuhr.Als man die Stadt Avaris belagerte, war ich zu Fuß tapfer vor SeinerMajestät. Dann wurde ich auf das Schiff -Glanz in Memphis' berufen;und als man zu Wasser kämpfte auf dem Kanal von Avaris, geriet ichins Handgemenge und erbeutete eine Hand°). Es wurde dem Sprecherdes Königs gemeldet, und man gab mir das Gold der Tapferkeit. Dannkämpfte man wiederum an diesem Orte; ich geriet dort in das Hand-gemenge, erbeutete eine Hand, und man gab mir zum zweiten Male

Urkunden des ägyptischen Altertums, herausgegeben v. G. Steindorff,Band IV: Urkunde der 18. Dynastie, bearbeitet von Kurt Seche, Seite 1—11.

2) Goldene Schmuckstücke, besonders Ringe sowie Figuren von Löwen und Flie-gen, wurden den Offizieren wie Orden für besondere Tapferkeit verliehen. Vgl.Möller in: Amtl. Berichte aus den Königl. Kunstsamml. 31 (Berlin, Nov. 1912) 22—24.

3) Vielleicht ein Zitat aus einem lehrhaften, damals bekannten Buche.

4) Baba muß eine Koseform für Ebana sein.

°> D. h. tötete einen Feind; Soldaten pflegten getöteten Gegnern die Handals Siegestrophäe abzuschneiden und sie vor dem König niederzulegen,