Band 
III. Teil.
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Zur Geschichte der Griechen.

Hellenen von Delos nach Athen gebracht hat; wir hätten einen ge-ziemenden Grund anführen können, daß nämlich der Schatz auf Delosnicht sicher genug vor den Barbaren gewesen und deshalb in einen festenPlatz gebracht sei; aber Perikles hat diesen Vorwand umgestoßen. GanzGriechenland glaubt von uns in hohem Maße übermütig und tyrannischbehandelt zu werden, wenn es sieht, daß wir mit den für den Krieg auf-gebrachten Geldern die Stadt, wie ein eitles Weib, herausputzen undvergolden, indem die Stadt mit kostbaren Steinen, Götterbildern undFünfmillionen-Tempeln geschmückt wird."

Perikles aber belehrte das Volk: „Für die Gelder brauchen wirden Bundesgenossen keine Rechenschaft abzulegen, wenn wir für sieKrieg führen und die Barbaren zurückdrängen. Denn sie stellen wederPferde, noch Schiffe, noch Krieger, sondern zahlen nur Geld, und diesesGeld gehört n'cht den Zahlern, sondern den Empfängern, falls sie dasleisten, wofür sie das Geld empfangen. Wenn aber die Stadt hinreichendmit allem ausgerüstet ist, was zum Krieg gehört: so müssen wir denÜberfluß an Geldmitteln an solche Unternehmungen verwenden, die,wenn sie fertiggestellt sind, uns ewigen Ruhm und während der Aus-führung großen Erwerb bringen; denn dann treten vielerlei Tätigkeitenund mannigfache Verrichtungen zutage, welche alle Künste wecken, alleHände in Bewegung setzen und fast die ganze Bürgerschaft Geld ver-dienen lassen, indem die Stadt aus eigenen Mitteln geschmückt und ge-nährt wird." — In der Tat gewährten einerseits den Leuten, welche inder Vollkraft ihres Lebens standen, die Feldzüge Einnahmen aus derStaatskasse. Anderseits wollte Perikles, daß die nicht ins Feld ziehende,niedrige Menge Anteil habe am Gewinn, aber nur gegen entsprechendeArbeitsleistung. Deshalb regte er große Bauentwürfe und Pläne an,die viele Handwerker in Tätigkeit setzten, und brachie sie vor das Volk,damit der zu Hause bleibende Teil der Bevölkerung ebensogut Gelegen-heit habe, Gewinn und Vorteil zu finden, als diejenigen, die auf derFlotte, in den Festungen und im Felde waren. Denn wo als MaterialMarmor vorhanden war und Erz, Elfenbein, Gold, Ebenholz und Zy-presse; um dies zu verarbeiten und zu gestalten, Zimmerleute, Künstlerin Ton, Erz und Marmor, Künstler, welche das Gold legieren, dasElfenbein geschmeidig machen, Maler, Emailleure, Ziseleure; um dieSachen zu holen und herbeizuschaffen, zu Wasser Kaufleute, Matrosen,Steuerleute, zu Laude Stellmacher, Maultierhalter, Fuhrleute, Seiler,Sattler, Straßenbauer, Steinbrecher; und wo jeder Meister, wie einFeldherr seine eigene Truppe, so eine Menge von Arbeitern und Hand-langern um sich sammelt, gewissermaßen als ausführendes Handwerks-zeug: da gewährten und verteilten die Bedürfnisse sozusagen für jedesAlter und jedes Talent Gelegenheit zu reichlichem Verdienst.

Allmählich erhoben sich Bauten, weithin glänzend durch ihre Größe,unnachahmlich durch ihre Gestalt und Schönheit; die Meister wett-