Zur Geschichte der Griechen.
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eiferten, das Handwerksmäßige der Leistung durch die Eleganz der Aus-führung zu übertreffen: die größte Bewunderung jedoch verdiente dieSchnelligkeit. Denn Werke, von denen jedes einzelne, wie man glaubte,erst in vielen Menschenaltern mit Mühe zum Ziel gelangen würde, diewurden alle im Verlaufe einer einzigen Verwaltung vollendet. Unddoch soll einmal Zeuxis, als der Dekorationsmaler Agatharchos damitprahlte, wie schnell und leicht er seine Bilder herstellte, geantwortethaben: „Ich arbeite langsam." Denn die Leichtigkeit und Schnelligkeitim Schaffen gibt dem Werke nicht dauernden Wert und vollkommeneSchönheit; dagegen trägt die auf die Arbeit aufgewandte Zeit durch diedauernde Wirkung des Werkes reichliche Zinsen. Um so mehr muß mandie Werke des Perikles bewundern, welche so schnell entstanden und dochdie Jahrhunderte überlebten. Denn durch seine Schönheit war jedesWerk gleich damals klassisch; durch seine Vollendung ist es noch jetztfrisch und neu. So ruht auf ihnen der Blütenflor ewiger Jugend, diedas Aussehen der Werke bewahrt unberührt von der Zeit, als wenn sie insich trügen einen Hauch ewigen Frühlings und eine nimmer alternde Seele.
Das Ganze ließ Perikles durch Phidias leiten; doch hatte jedeseinzelneWerkbedeutendeBaumeisterund Künstler. AndemParthenon,der früher nur 100 Fuß lang war, arbeiteten Kallikrates und Jktinos.Den Mysterientempel zu Eleusis begann Koröbos zu bauen; erbrachte die untere Säulenstellung fertig und die Architrave darüber.Nach seinem Tode machte Metagenes aus Xypete den Fries und diezweite Säulenstellung darüber; das Dach über dem Tempel brachteLenokles aus Cholarge zum Abschluß.
Die lange Mauer, von welcher Sokrates sagte, er selbst habe denPerikles sie in Vorschlag bringen hören, übernahm Kallikrates. Esspottet aber Kratinos, wie langsam der Bau vollendet würde:
„einst brachte durch WortePerikles vorwärts den Bau; jetzt rühren nichtTaten ihn vom Fleck."
Das Odeion hatte nach seiner inneren Anordnung viele Sitze undSäulen; das Dach ging oben von einer einzigen Spitze aus und warnach allen Seiten abwärts geneigt. Das Odeion soll eine Nachahmungvon dem Zelte des Perserkönigs gewesen sein; auch hier führte Periklesdie Leitung. Deshalb spottet wiederum Kratinos in den „Thrakerinnen":„Es nahet Zeus mit dem MeerzwiebelkopfZ)
Er trägt das Odeion auf seinem Schädel,
Dieweil vorüber das Scherbengericht."
Um Ehre einzulegen, beantragte Perikles jetzt zum erstenmal, anden Panathenäen musische Wettkämpfe aufzuführen. Er selbst wurde
U Perikles, über dessen gewaltigen Schädel mit der Meerzwiebelgestalt dieKomiker spotteten.