Zur Geschichte der Griechen.
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ist folgendes: Die Lakedämonier ziehen nicht für sich allein, sondern zu-sammen mit allen ihren Verbündeten gegen unser Land zu Felde; wiraber durchziehen allein das Land der Nachbarn und tragen in der Fremdemeistenteils einen leichten Sieg davon über diejenigen, welche sich fürihre Habe zur Wehr setzen. Übrigens ist noch kein Feind unserer Gesamt-macht begegnet, weil wir zugleich das Seewesen mit Sorgfalt betreibenund auf dem Festlande aus unserer eigenen Mitte zu vielen Unter-nehmungen Leute ausschicken. Wenn sie aber irgendwo mit einem Teilezusammenstoßen, so behaupten sie, falls sie Sieger bleiben, unsere Ge-samtmacht geschlagen zu haben, falls sie besiegt sind, unserem ganzenHeere unterlegen zu sein. — Und doch: wenn wir ein ungebundenesLeben und leichten Sinn der Engherzigkeit und mühevollen Abhärtungvorziehen und mit einer Tapferkeit, die nicht auf den Gesetzen, sondernauf dem Charakter beruht, Gefahren zu bestehen entschlossen sind: sohaben wir den Vorteil, daß wir uns nicht das Leben verbittern im Hin-blick auf Leiden, die noch gar nicht vorhanden sind; wenn aber die Leidenkommen, so zeigen wir uns nicht weniger mutig als die, welche sich immerabmühen, und unsere Stadt ist sowohl hierin der Bewunderung wertals auch in anderen Dingen.
Wir lieben die Kunst, doch ohne Verschwendung; wirlieben die Wissenschaften, doch ohne unsere Tatkraft zuverlieren. Reichtum gebrauchen wir mehr zu realen Leistungen als zuprahlerischem Prunk. Seine Armut zu bekennen, bringt keine Schande;um so größere Schande aber, sich nicht aus ihr herauszuarbeiten. Beiuns erscheinen häusliche und öffentliche Pflichten eng verbunden; undauch wenn wir uns anderen Tätigkeiten hingegeben haben, fehlt es unsnicht an Einsicht für die öffentlichen Interessen. Wir allein sehen indemjenigen, der am öffentlichen Leben keinen Anteil nimmt,nicht einen ruheliebenden Bürger, sondern ein faules undunnützes Glied des Staates. Die Gesamtheit der Bürger bringt dieStaatsgeschäfte entweder zur Entscheidung oder sucht über sie eine richtigeEinsicht zu gewinnen. Dabei glauben wir nicht, daß das Reden demHandeln Nachteil bringt, sondern halten es vielmehr für einen Schaden,nicht eher durch Worte belehrt zu sein, als man zur Tat schreitet. Dennwir haben auch diesen Vorzug, daß wir in hohem Maße zugleich Wage-mut besitzen und unsere Unternehmungen sorgfältig berechnen. Dagegenpflegt anderen Unwissenheit eine Quelle der Verwegenheit, Über-legung eine Quelle der Unentschlossenheit zu sein. Für die Mutigstenwerden aber mit Recht die gehalten, welche die Beschwerden und Unan-nehmlichkeiten klar erkennen und doch nicht vor den Gefahren zurück-beben.
Auch über das Verhältnis zu anderen denken wir nicht sowie die meisten. Denn nicht dadurch, daß wir Wohltaten empfangen,sondern erweisen, erwerben wir uns Freunde. Zuverlässiger aber in