Band 
III. Teil.
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Zur Geschichte der Griechen.

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fügte, indem sie vor Kummer und Sehnsucht nach ihrem Vaterlande,ihren Eltern, Weibern und Kindern, die sie nie wieder zu sehen glaubten,nicht schlafen konnten. In solcher Stimmung brachten alle die Nachtruhehin. Es befand sich aber im Heere ein gewisser Lenophon aus Athen,der, ohne Feldherr, Hauptmann oder Soldat zu sein, mitgezogen war,weil sein alter Gastfreund Pröxenos ihn aus seiner Heimat herbeigerufenhatte, unter dem Versprechen, er wolle ihn, wenn er käme, zu einemFreunde des Kyros machen, von dem er, wie er sagte, größeren Vorteilfür sich erwarte als von seinem Vaterlande.

Als nun jene Ratlosigkeit eingetreten, war auch er mit den andernbekümmert und konnte nicht schlafen. Da erhob er sich vom Lager, riefzuerst die Hauptleute des Proxenos zusammen und hielt, als sie ver-sammelt waren, eine Anrede an sie. Auf seinen Rat durchschritten siedie Lagerreihen und riefen, wo noch ein Feldherr am Leben war, diesen,wo er aber fehlte, den Unterfeldherrn, und wo noch ein Hauptmannvorhanden war, diesen herbei. Als nun alle zusammengekommen waren,setzten sie sich vor der Front des Lagers nieder. Die Zahl der versammeltenFeldherren und Hauptleute betrug ungefähr hundert. Es war aber,als dies geschah, fast Mitternacht.

Da nun sprach zuerst Hieronymos aus Elis, der älteste unter denHauptleuten des Proxenos, also: „Auch uns, ihr Heerführer und Haupt-leute, kam, als wir unsere jetzige Lage betrachteten, schon von selbst derGedanke, zusammenzutreten und euch herbeizurufen, um womöglicheine heilsame Maßregel zu beraten. So sprich denn nun auch du, Xeno-phon, was du uns vorhin vortrugst." Hierauf sprach Xenophon: „Nundenn, das wissen wir alle, daß der König und Tissaphernes so viele vonuns, als sie konnten, gefangen genommen haben und daß sie offenbarauch den übrigen nachstellen, um sie womöglich zu verderben. Wirmüssen daher, glaube ich, alles tun, um nicht in die Gewalt der Barbarenzu geraten, sondern vielmehr sie womöglich in unsere Gewalt zu bringen.Bedenkt also wohl, daß ihr, so viel eurer hier zusammengekommen sind,die Entscheidung in den Händen habt. Denn alle diese Soldaten blickenjetzt auf euch, und sehen sie euch mutlos, so werden sie alle zaghaft sein;wenn ihr euch aber selbst bereit zeigt, dem Feinde entgegenzutreten,und die übrigen dazu auffordert, so wisset, daß sie euch folgen und nach-zuahmen versuchen werden. Jetzt nun, glaube ich, werdet ihr zuerst demHeere den größten Dienst erweisen, wenn ihr dafür sorgt, daß an Stelleder Umgekommenen aufs schnellste andere Heerführer und Hauptleuteeingesetzt werden. Denn ohne Anführer kann, um es kurz zu sagen,überhaupt nirgends, am allerwenigsten aber im Kriege, irgend etwasSchönes und Tüchtiges ausgeführt werden. Die Ordnung nämlichrettet, wie es scheint; die Unordnung aber hat schon vielezugrunde gerichtet. Habt ihr aber so viele Anführer als nötig ein-gesetzt, so, glaube ich, werdet ihr ganz zeitgemäß handeln, wenn ihr auch