Band 
III. Teil.
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Zur beschichte der Griechen.

sie durch das Gebiet seiner Feinde zu führen. Er kam hierauf selbst undversprach mit Verbürgung seines Kopfes, sie in fünf Tagen bis in eineGegend zu führen, von wo aus sie das Meer erblicken sollten. Er über-nahm nun die Leitung, und nachdem er sie in das gegen ihn feindlichgesinnte Land eingeführt hatte, forderte er sie auf, die Gegend mitFeuer und Schwert zu verwüsten. Hier sah man, daß seine Dienst-fertigkeit aus dieser Absicht und nicht aus Wohlwollen gegen die Griechenentsprang. Am fünften Tage langten sie bei dem heiligen Berge, namensTechos, an, und.als die ersten seinen Gipfel erstiegen hatten und von ihmaus das Meer erblickten, erhoben sieseiir'großes Geschrei. Tenophon undder Nachzug gerieten dabei auf den Gedanken, daß ein anderes feindlichesKorps die Armee in der Front angriffe, indem die Einwohner der mitFeuer verheerten Landschaft ihren Rücken bedrohten. Einige der letzterenwaren von den Truppen des Nachzuges, der sie aus einem Hinterhalteangriff, teils niedergehauen, teils gefangen worden, und man hatte beidieser Gelegenheit gegen zwanzig geflochtene Schilde, die mit unge-gerbten rauhen Ochsenhäuten überzogen waren, erbeutet. Als nun derLärm stärker wurde und näher kam und die nachrückenden Truppenimmer den Vorderzügen, wo ein unaufhörliches Geschrei unterhaltenwurde, im Laufe zueilten und dieses sich eben in dem Grade wie dieAnzahl der Soldaten verstärkte, so glaubte Lenophon eine wichtigereVeranlassung voraussetzen zu müssen. Er schwang sich also aufs Pferdund sprengte in Begleitung der Reiterei zu Hilfe heran. Jetzt hörtensie sofort den fortlaufenden Zuruf der Soldaten: „Das Meer! DasMeer!" („Thalatta! Thalatta!") Nun entstand ein allgemeines Laufen,auch beim Nachzuge; das Zugvieh und die Pferde wurden ebenfallsdahin getrieben. Nachdem nun alle den Gipfel erstiegen hatten, da um-armten sie sich wechselseitig, die Heerführer und Hauptleute unter Tränen.Und auf der Stelle trugen die Soldaten, ich weiß nicht, auf wessen Be-fehl, Steine zusammen, errichteten einen großen Hügel und legten einegroße Menge roher Häute und Stäbe und die erbeuteten Flechtschildedarauf. Hierauf entließen die Griechen den Wegweiser, nachdem sieihn aus dem gemeinsamen Gute reichlich beschenkt hatten.

23. Aus der dritten Philippischen Rede des Demosthenes.

Die dritte (und letzte) Philippische Rede fällt in die Zeit um 340. Die nähere Ver-anlassung zu den Beratschlagungen, bei denen sie gehalten wurde, ist nicht, bekannt.Aus der Rede selbst erhellt nur so viel, daß es darauf ankam, den Hellespont zu schützen,den Anschlägen Philipps auf Byzantium zuvorzukommen, sein Vorrücken zu hemmenund sich endlich durch ernste und kräftige Maßregeln des Ranges wert zu machen, denAthen den mutigen Anstrengungen der Vorfahren dankte.

Im Eingänge seiner Rede klagt D. über den verwahrlosten Zustand, in dem sichdie Angelegenheiten Athens befänden, und fährt fort:

Verschiedene Umstände haben wohl dabei (an der schlimmen LageAthens) mitgewirkt, und nicht aus einem oder aus zwei G ründen allein