Band 
III. Teil.
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Zur Geschichte der Griechen.

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ist die Sache so weit gekommen; bei unparteiischer Prüfung werdet ihraber erkennen, daß insbesondere diejenigen daran schuld sind, die euchlieber schöne Dingen sagen als zum besten raten wollen. Ein Teil vonihnen, Männer von Athen, sucht, um die Zukunft völlig unbekümmert,den gegenwärtigen Stand der Dinge aufrecht zu erhalten, da er ihmsein Ansehen und seinen Einfluß zu verdanken hat; ein anderer be-schuldigt und verleumdet die, die an der Spitze der öffentlichen An-gelegenheiten stehen, und bezweckt damit nichts anderes, als daß derStaat in ihnen sich selbst den Prozeß mache und, während er damit be-schäftigt ist, Philippos sagen und tun könne, was ihm beliebt. Der-gleichen Kunstgriffe sind bei euch an der Tagesordnung; in ihnen aberliegt die Wurzel alles Übels. Ich erwarte nun, Männer von Athen,daß ihr mir es nicht übelnehmt, wenn ich offen die Wahrheit sage. Dennseht, sonst überall glaubt ihr, die Freiheit der Rede so weit über alleAngehörigen des Staates ausdehnen zu müssen, daß ihr sie selbst Fremdenund Sklaven nicht vorenthaltet, und in der Tat hört man bei uns dasGesinde seine Meinung offener aussprechen, als es in manchem anderenStaate die Bürger tun: und doch habt ihr aus euren Beratungen dieseFreiheit gänzlich verbannt. Die Folge davon ist, daß ihr in den Ver-sammlungen die Herren spielt und euch durch schöne Redensarten denHof machen laßt, während ihr nach innen wie nach außen bereits in derhöchsten Gefahr schwebt. Seid ihr daher auch jetzt in der Stimmung,so habe ich nichts zu sagen; wollt ihr aber einen guten und aufrichtigenRat annehmen, so bin ich bereit zu sprechen. Denn wenn auch unsereAngelegenheiten noch so verzweifelt stehen und vieles verloren gegangenist, so ist es doch noch möglich, wenn ihr nur eure Schuldigkeit tun wollt,alles wieder in Ordnung zu bringen. Mag das, was ich euch zu sagenhabe, auch sonderbar erscheinen, aber wahr ist es: eben das, was bisherdas Schlimmste war, läßt von der Zukunft auch das Beste hoffen. Undwas wäre dies? Daß durch eure Pflichtvergessenheit in kleinenwie in großen Dingen die Sache schlecht steht; denn hätte sie diese Wen-dung genommen, während ihr in allem eure Schuldigkeit tatet, so wäreja nicht einmal Hoffnung auf Bessemng vorhanden. Nun aber ist es nichtder Staat, den Philippos besiegt hat, sondem euer Leichtsinn und eureSorglosigkeit, und weit entfernt, überwunden zu sein, habt ihr euch nochgar nicht einmal vom Flecke gerührt.

Hierauf rügt D. die Gleichgültigkeit derer, die, um die Ruhe eines ungewissenFriedens noch länger zu genießen, alle Schmach willig erdulden, und beweist, daß denAthenern die Wahl zwischen Krieg und Frieden gar nicht mehr gelassen sei. Er hältes für töricht, den König mehr nach seinen Worten als nach seinen Taten zu beurteilen;an vielen Beispielen erkenne man, daß er bis zum letzten Augenblicke seine feindseligenAbsichten durch friedliche Versprechungen zu verdecken Pflege. Unter solchen Umstän-den sei keine Zeit zu verlieren; es müsse gehandelt werden. Hier anknüpfend, führt D.folgendes aus:

Euch kann ich erst dann für vemünftige Leute halten, wenn ihr Ver-