Band 
III. Teil.
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Zur Geschichte der Griechen.

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u) Einführung.

(Kap. 1-3.)

Echekrates. Warst du selbst, mein Phädon, bei Sokrates an jenemTage, als er das Gift trank im Gefängnis, oder hast du es von einemandern gehört?

Phädon. Ich selbst war da, Echekrates'.

Echekrates. Was hat denn wohl der Mann noch gesprochen vorseinem Tode, und wie ist er gestorben? Gern hörte ich das. Denn wedervon meinen Landsleuten, den Phliasiern, reist jetzt jemand leichtnach Athen, noch ist von dort seit geraumer Zeit ein Gastfreund ange-kommen, der uns etwas Genaues darüber berichten konnte, außer eben,daß er das Gift getmnken hat und gestorben ist, von allem übrigenwußte man nichts zu sagen.

Phädon. Auch vom Verlauf des Prozesses also habt ihr nichtserfahren?

Echekrates. Ja, das hat uns jemand erzählt, und wir haben unsgewundert, daß, nachdem die Sache schon so lange entschieden war,Sokrates offenbar erst weit später gestorben ist. Wie kam doch das,Phädon?

Phädon. Durch Zufall fügte es sich so, mein Echekrates. Es trafsich nämlich, daß gerade an dem Tage vor der Urteilsvollstreckung dasSchiff bekränzt worden war, welches die Athener nach Delos schicken.

Echekrates. Was hat es damit für Bewandtnis?

Phädon. Es ist dies das Schiff, wie die Athener sagen, worineinst Theseus fuhr, um jene zweimal Sieben nach Kreta zu bringen, dieer dann rettete und sich selbst auch. Damals nun hatten sie dem Apollongelobt, wie man sagt, wenn jene gerettet würden, ihm jährlich einenheiligen Zug nach Delos zu senden, den sie seitdem auch jetzt noch immervon Jahr zu Jahr an den Gott schicken. Sobald nun dieser Zug ange-fangen hat, ist es gesetzlich, während dieser Zeit die Stadt rein zu haltenund niemanden von Staats wegen zu töten, bis das Schiff in Delosangekommen ist und wieder zurück. Und dies währt bisweilen lange,wenn hindernde Winde es ergreifen. Der Anfang des Zuges aber ist,wenn der Priester des Apollon das Vorderteil des Schiffes bekränzt;und dies, wie ich sage, war eben den Tag vor der Urteilsvollstreckunggeschehen. Daher hatte Sokrates so viel Zeit im Gefängnis zwischendieser und dem Tode.

Echekrates. Wie war es aber bei seinem Tode, mein Phädon?Was wurde gesprochen und vorgenommen? Wer von seinen Ver-trauten waren bei dem Manne? Oder ließ die Obrigkeit sie nicht zu ihm,und mußte er verlassen von seinen Freunden sterben?

Phädon. Keineswegs, sondern es waren deren sogar ziemlichviele zugegen.