Band 
III. Teil.
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Zur römischen Geschichte.

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allenthalben durch hohen Schnee verdrossen weiterzog und Unlust und Verzweiflungaus aller Blicken sprach, stellte sich Hannibal an die Spitze des Zuges, ließdie Soldaten auf einer vortretenden Gebirgsecke, wo man weit und breit eine Aus-sicht hatten Halt machen und zeigte ihnen die am Fuße der Alpengebirge zu beidenSeiten des Pos sich hinstreckenden Gefilde mit der Versicherung, daß sie jetzt die Mauernnicht nur von Italien, sondern selbst von der Stadt Rom überstiegen. Von nun angehe der Weg durch Ebenen, ja sogar bergab. Nach einem, höchstens zwei Treffenwürden sie über die Burg und Hauptstadt Italiens wie über ihr Eigentum zu gebietenhaben. Und nun ging der Zug weiter, selbst ohne alle Versuche von feiten der Feinde,kleine gelegentliche Üderlistungen abgerechnet. Indes war der Weg hier weit beschwer-licher, als er im Hinansteigen gewesen war, weil die Alpen meistenteils auf deritalienischen Seite zwar weniger hoch, aber doch steiler sind. Fast der ganze Wegwar abschüssig, eng und schlüpfrig, so daß sie weder, wenn sie einmal ins Wanken kamen,sich vom Falle zurückhalten konnten, noch, wenn sie zu Boden gefallen waren, aufihrer Stelle liegen blieben und also Menschen und Vieh eins über das andere hin-stürzten.

Nun kam man auf eine Klippe, die noch weit enger war und deren Felswändeso gerade standen, daß kaum ein unbewaffneter Soldat, wenn er den Versuch machteund sich mit den Händen an den umher ragenden Büschen und Stämmen hielt, sichhinablassen konnte. Diese Stelle, schon vorher von Natur steil, war kürzlich erst durcheinen Erdfall zu einer Tiefe von beinahe tausend Fuß hinabgestürzt. Als Hannibalsich wunderte, was hier den Zug aushielte, weil die Reiterei nicht anders, als sei derMarsch zu Ende, stehen blieb, melvete man ihm, auf dieser Klippe fei ein Durch-kommen unmöglich. Er ging selbst hin, um den Ort in Augenschein zu nehmen. Erglaubte, sich entschließen zu müssen, das Heer auf einem Umwege, wäre er auch nochso lang, durch die ungebahnten, nie betretenen Umgebungen zu führen. Hier aber warder Weg vollends unmöglich. Denn solange der bis jetzt unberührte neue Schneevon mäßiger Höhe auf dem alten lag, konnten sie bei ihrem Eintritte in den weichenund nicht zu hohen Schnee leicht festen Fuß fassen. Als er aber durch so viele Menschenund Tiere auseinandergetreten war, gingen sie auf dem darunter liegenden nacktenEise und im fließenden Schlamme des geschmolzenen Schnees. Natürlich hattensie hier eine schreckliche Not mit dem schlüpfrigen Eise, auf dem kein Fußtritthaftete und dessen abschüssige Fläche den Fuß um so eher gleiten ließ. Und stürztensie, weil auch dann, wenn sie sich auf ihren Händen oder Knieen aufrichten wollten,selbst diese Stützen ausglitten, von neuem nieder, so gab es rundumher weder Stammnoch Wurzel, woran sie sich mit dem Fuße oder der Hand hätten aufhelfen können.So wälzten sie sich nun auf lauter glattem Eise und im zerflossenen Schnee. Die Last-tiere traten öfters durch, da sie ohnehin schon auf der untersten Schneelage gingen,und wenn sie, um sich vom Falle zu erheben, stärker mit den Klauen aufschlugen,sanken sie völlig ein, so daß die meisten wie in einem Fangeisen in dem starren undhoch ausfrierenden Eise stecken blieben.

Endlich wurde, als sich Tiere und Menschen vergeblich bemüht und erschöpft hat-ten, auf der Höhe ein Lager aufgeschlagen, wozu man den Platz nur mit größter Mühereinigte: so viel Schnee hatte man loszugraben und wegzubringen. Nun mußten dieSoldaten heran, über diese Klippe, die einzige, über welche der Weg möglich war,Bahn zu machen: und da der Fels gebrochen werden mußte, so türmten sie die in derNähe gefällten und gekappten ungeheuren Bäume zu einem gewaltigen Holzstoßeauf: diesen setzten sie bei einem sich erhebenden heftigen Sturme, der die Glut be-förderte, in Brand und machten das glühende Gestein durch aufgegossenen Essig mürbe.Den auf diese Art ausgebrannten Felsen öffneten sie mit Werkzeugen und ließen seineHöhen so sanft in mäßigen Krümmungen ablaufen, daß nicht allein die Packpferde,sondern auch die Elefanten hinabgeführt werden konnten. Vier Tage brachte man andieser Klippe zu, während welcher die Lasttiere beinahe vor Hunger umkamen; denn dieGipfel sind gewöhnlich kahl, und haben sie etwas Futter, so verschüttet es der Schnee.Am Fuße der Gebirge gibt es Täler und manchen sonnigen Hügel, auch Bäche an